Hei aus Helsinki – Eurogames Tagebuch Tag 0

Was wir an unserem ersten Tag bereits gelernt haben: Finnisch ist so schwer, dass wir noch kein Wort aufgeschnappt haben (Während ich dies hier schreibe, sucht die akribischste aller Tanzpartnerinnen nach der korrekten Übersetzung von „Hallo“. Stolz verkündet sie nach gefühlten 10 Minuten ihre Erkenntnis, die ihr in der Überschrift nachlesen könnt. Ich sage nur, ohne Gewähr…).

Als wir am Dienstag abend mitten in der Nacht vom Flughafen mit dem Zug, durch die noch vollständig vom Tageslicht beschienenen Vororte fuhren, wunderten wir uns über so manchen Ortsnamen. Aber wir sollten uns nicht beschweren, können wir doch auch in Deutschland mit Ortsnamen wie „Strullendorf“ dienen. Unter denen, die wissen, welche_r Equality-Tänzer_in aus diesem bestimmt attraktiven Ort mit dem wohlklingenden Namen kommt, verlosen wir 100 EC2017-Flyer zum Behalten und Weiterverteilen.

Am Mittwoch verwöhnt uns Helsiniki mit strahlendem Sonnenschein und gut temperierten 21 Grad, da macht ein Spaziergang durch diese sympatische, durchaus sehenswerte und mit Wasser und Grün durchzogene Stadt gleich noch mehr Spaß. Wir nutzen die Gelegenheit, das angeblich beste Eis der Stadt zu probieren, dem die kritischste alle Tanzpartnerinnen (die sich selbst als lebende Eisinstitution bezeichnet) die Note 3+ geben würde – ausbaufähig. Danach schlenderten wir zur Akkreditierung, die mensch gut an den Regenbogenfahnen von Weitem erkennen konnte und die auch recht schnell und unbürokratisch war. Dort trafen wir schon die ersten Tänzer_innen und auch einige Pinkies. Die Stimmung war sofort familiär. Aufmerksame Besucher_innen finden überall in der Stadt Hinweise auf die Eurogames und die gleichzeitig stattfindende Helsinki Pride. Leider tragen nicht alle Athletes ihre Badgetes so wie die vorbildlichste aller Tanzpartnerinnen den ganzen Tag um den Hals.

Exkurs: Seit Jahren beschwert sich die beharrlichste aller Tanzpartnerinnen: Sie sei schließlich nicht nur die tollste, folgendste, kritischste, sensibleste … aller weiblichen, sondern überhaupt aller Tanzpartner_innen der ganzen Welt. Warum denn im Wort kein Gender-Gap einfügen wollte. Ohne sich, an meine jahrelange, immer gleiche Argumentation erinnern zu wollen, behauptet sie, diese sei sowieso völlig haltlos. Ich hingegen antwort mit stoischer Gelassenheit (ich weiß nicht, warum sie neben mir lacht), dass ich schließlich keine männlichen Tanzpartner hätte bzw. jemals haben werde und ich daher gar nicht prüfen kann, ob sie die … (ihr wisst schon) der Welt wäre. Ich sei zu „ich“ bezogen, kontert sie frech. Hhhhmmm … Danach versucht sie es mit Schmeicheleien. Na gut, man muss auch mal nachgeben können. Warum bekommt sie eigentlich immer, was sie will? Also ab jetzt mit Gender-Gap.

Wir kommen zum Eintanzen, wo sich über die drei Stunden hinweg, fast die gesamte kleine, aber feine Pinki-Schar einfindet. Auch die Show von Tania und Ines ist gerettet, da die zunächst vergessenen Vampir-Ohren zwischenzeitlich den Weg nach Helsinki gefunden haben. Der Saal ist groß, die Fläche auch – und eigentlich gut zum Tanzen geeignet. Hoffentlich, macht aber noch jemand bis morgen sauber – sonst heißt es „Vorsicht Rutschgefahr“. Die Musik war auch schon vielversprechend. Die Größe von Helsinki ist zum Glück überschaubar und der Turnierort liegt ziemlich zentral. Es verspricht, ein schönes Turnier zu werden. Unser treuester aller Fans hat bei dieser Reise Verstärkung durch die „Puschel-Queen“ von pinkballroom bekommen und beide haben sich darüber gefreut, dass der Eintritt diesmal für Zuschauende kostenfrei ist. Unsere Fankurve hat sich für dieses Turnier also VERDOPPELT!!! (Spaßbefreite, mathematisch-orientierte Menschen behaupten zwar, dass N=1 Personen noch keine Fankurve sind, da können die drauf rumreiten, die es nicht nötig haben.)

Nach dem Eintanzen waren wir noch im „süßesten Cafe der Stadt“ in einer Villa aus Holz an der benachbarten Töölön Bucht, sind durch die Stadt spaziert und waren, wie immer beim Italiener (ja, ja Helsinki ist nicht ganz preiswert…).

Obwohles noch hell ist, wie am Nachmittag, bin ich schon total müde und will jetzt ins Bett. Die Nachtaktivste aller Tanzpartnerinnen kann ja noch weitermachen.

OK, habe übernommen. Also heute lernen wir: „Kommst Du tanzen?“ heißt „Tuutko tanssimaan?“ Das wird morgen abgefragt.

Gute Nacht!

Cornelia Wagner mit aufopferungsvoller Unterstützung von Kerstin Kallmann

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