Equality-DM 19./20.05.2018 in Köln

Dieses Jahr fanden die Deutschen Equality-Meisterschaften in Köln statt. Spätestens seit den Gaygames 2010 ist bekannt, dass man in Köln großartige Tanzturniere ausrichten kann, die noch lange Jahre in Erinnerung bleiben.

So hatten es die Verantwortlichen gar nicht so leicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Aber das haben sie toll gemacht. Zwei Tage lang war es, trotzt des schönen Wetters draußen, im Tanzsaal voll mit Tanzenden und Publikum. Die Stimmung war die ganze Zeit super, das Parkett prima, die Musik stimmungsvoll und die Moderation höchst unterhaltsam. Stellvertretend unser Dank an Angelina Brunone und Dörte Lange, die den Löwenanteil der Organisation gestemmt haben sowie an alle Helfer*innen des TTC Rot-Gold Köln, der Swinging Sisters Frauentanzschule Köln und aller anderen Helfer*innen, die zum Gelingen dieses tollen Events beigetragen haben.

Aber jetzt zu den wichtigsten Ereignissen aus Sicht von pinkballroom: Zwei Titel Deutsche Meister*innen sowie ein Titel Deutsche Vize-Meisterinnen können wir von unserer Reise mitbringen:
– Die Showgruppe pink-unicorns (Trainer: Gergely Darabos) gewann in einer Wimpernschlag-Entscheidung die deutsche Meisterschaft nach ausdrucksstarker Performance vor der A-Formation der Swinging Sisters Köln. Sie begeisterten vor allem mit ihren Showelementen und der tollen Interpretation der Musik von Queen. Der gewonnene „Pott“ taugte allerdings bei der Feier danach wohl nicht besonders als Trinkgefäß, haben wir uns erzählen lassen.
– Noch nicht so lang können wir wieder von den Erfolgen von Latein-Männerpaaren für pinkballroom berichten – und jetzt das! Mit ganz viel Herzblut und Engagement erkämpften sich Mark Haps & Kai Vetter den Deutschen Meistertitel. Die beiden haben sich sichtlich gefreut und wir uns mit Ihnen.
– Deutsche Vize-Meisterinnen in der Kombinationswertung wurden Kerstin Kallmann & Cornelia Wagner, die sich diese Platzierung mit einer Finalteilnahme in der A-Klasse sicherten und die Endrunde auf dem Ball mit Live-Musik und viel Beifall genießen durften.

Doch es gibt noch mehr Erfreuliches zu berichten, nun jedoch der Reihe nach. Los ging es am Samstag um 10 Uhr (mitten in der Nacht) mit den Herren Latein Senioren und den Damen Standard. Während wir in erster Kategorie leider (noch) keine Paare von pinkballroom bejubeln können, waren bei den Damen Standard ein Paar mit Pinkie-Beteiligung am Start. Kerstin Hübner schaffte es mit ihrer Partnerin Claudia Neidig (tsc richtigrum) souverän bis in die B-Klasse auf Rang 5.

Ab mittags wurde es voll, denn um 12:30 Uhr sollte es losgehen mit den Präsentationsrunden der vier gemeldeten Showgruppen und drei Showpaare. Da war Gewusel und Geschnatter, Aufregung und Vorfreude vorprogrammiert. Dazu kamen noch die Starter*innen der Frauen Latein und Herren Standard, die ab 13:30 Uhr mit ihren Sichtungsrunden loslegen sollten. Doch vor den Turnierbeginn brauchte man zunächst einmal Geduld, denn kleine Reibungen im Turnierablauf, die sich gerne am ersten Turniertag einschleichen, haben zu einer Verzögerung der Nachmittagsveranstaltung etwa zwei Stunden geführt.

An dieser Stelle traurige Erwähnung muss der Umstand finden, dass zu dieser DM seit langer Zeit zum ersten Mal gar kein Herren Standard-Paar von pinkballroom am Start war. Auch außerhalb unseres Vereins ist zu konstatieren, dass die Herren Felder immer kleiner werden. Männer – wo seid ihr! Equality-Tanzen ist so ein toller Sport. Man muss nicht unbedingt gewinnen, um Freude dabei zu haben. Lasst euch dieses Event nicht entgehen!

Bei den Frauen Latein fehlten Katrin Purschke & Sophia Arkenstette nur zwei kleine Kreuzchen zum Einzug in das Finale der Frauen D-Klasse. In der Frauen C-Klasse konnten sich beide Pinki-Paare in das Finale durchsetzen. Um den 4. und 5. Platz wurde es richtig eng; da die Anzahl der gewonnen Tänze gleich war, mussten im Skating-Verfahren die Platzziffern ausgezählt werden. Leider zogen Kerstin Hübner & Monique Gärtner bei diesem Vergleich den Kürzeren und verpassten Platz 4 knapp. Sie freuten sich aber dennoch über ihre gute Leistung. Noch mehr strahlten aber Claudia Lichnofsky & Simone Britz über die Silber-Medaille in dieser Klasse. Ein toller Erfolg war für Mel Braune & Steffi Siebels der Einzug in die B-Klasse, auch wenn sie dann (nur um wenige Kreuze) den Einzug ins Finale nicht erreichen konnten. Annika Lautenschläger & Ulrike Gutewort tanzen ein fulminantes Finale und wurden danach von ihrem Trainer und ihren Freunden gefeiert. Kleiner Wehrmutstropfen: Sie unterlagen im Duell um Rang 3 im Skating-Verfahren. Kerstin Kallmann & Cornelia Wagner verpassten in der Sichtungsrunde um nur wenige Punkte den Einzug in die A-Klasse (Eine der beiden Partnerinnen litt unter einem in Tanzfachkreisen als temporäre Folgen-Amnesie in Folge akuter Nervosititis bezeichneten Zustand – eine auch nach 10 Jahren gemeinsamer Turniertanzpartnerschaft immer wieder mal auftretende, aber dennoch harmlose Störung des Seelenfriedens – oder kurz Lampenfieber – und das war natürlich nicht die-sich-ruhendste-und-tiefenentspannteste aller Tanzpartnerinnen*). Sie zitterten sich dann bis ins B-Klassen Finale, was dank der tollen Stimmung im Saal richtig viel Spaß machte und konnten dort Rang 2 erreichen.

Aber danach wurde es erst richtig spannend. Die vier Showgruppen gaben ihr Bestes. Die Hips’n’wheels aus Hannover zeigten uns eindrucksvoll, wie inklusives Tanzen begeisternd gelingen kann. Die B-Formation der Swinging Sisters erfreute uns mit einer witzigen, musikalisch mitreißenden und toll vertanzten Story, die aus tiefstem Herzen kam. Einen ganz engen Fight lieferte sich die A-Formation der Swinging Sisters mit einer beeindruckenden Formationskür zum Thema Burlesk mit unseren pink-unicorns. Die Latein Formation von Trainer Gergely Darabos in der Besetzung Mel Braune, Monique Gärtner, Ulrike Gutewort, Mark Haps, Kerstin Hübner, Anika Lautenschläger, Tatjana Mayer und Kai Vetter verwandelten sich vor dem Finale in perfekte Freddy Doubles (sie glichen sich nahezu wie ein Ei dem anderen) und steckten mit ihrer Begeisterung auch die Wertungsrichter*innen an. Am Ende konnten sie mit dem Hauch von drei Punkten Vorsprung den Titel holen!!!

Am Sonntag starteten am Vormittag die Herren Standard Senioren – leider auch ohne Pinkies. Bei den Frauen Latein Senior*innen freuten wir uns darüber, nach längerer Pause Kerstin & Claudia wieder in Latein auf der Fläche zu sehen. Dies wurde gleich mit Platz 2 bei den Frauen B-Klasse belohnt. Damit erreichten sie in der Kombinationswertung den 4. Platz.

Mit der Nachmittagsveranstaltung ging es diesmal mit nur geringer Verzögerung los und das war gut so, denn am Abend hatten sich die Veranstalter*innen mit Gala-Ball und Live-Band etwas ganz Besonderes vorgenommen. Bei den Frauen D-Standard konnten Kornelia Hinz & Stefanie Fichter mit Platz 10 ihre eigenen Ziele erreichen und noch einige Paare hinter sich lassen. Insgesamt waren die Leistungen, die schon in den D-Klassen zu bestaunen waren, sehr beeindruckend. Katrin & Sophia konnten sich nach dem knappen Ausscheiden in Latein nun bis ins Finale durchkämpfen: Wieder gab es ein Skating um Platz 4 und 5 und wieder hatten die Pinkies leider nicht das bessere Ende für sich. Bis in die B-Klasse ging es für Kerstin & Claudia. Alle Paare waren eng beieinander. Umso mehr war es schade, dass Kerstin & Claudia es dann doch nicht in das Finale schafften. Nachdem die Frauen-Latein A-Klasse mit drei Paaren eher sehr klein gewertet wurde, würdigten die Wertungsrichter*innen die Qualität des Frauen-Tanzen dann doch mit einer großen A-Klasse von 11 Paaren. Über den Einzug in das Finale durften sich zwei Pinki-Paare freuen. Nämlich Tania & Ines Dimitrova sowie Kerstin & Conny. Im stimmungsvollen geschachtelten Finale traten sie dann zusammen mit Mark & Kai, die sich bei den Herren Latein qualifiziert hatten auf dem Ball gegen 21 Uhr zu Live-Musik an. Die Stimmung war grandios. Unsere Bedenken, dass die Live-Musik schwer oder ungewöhnlich sein könnte, verflogen schnell. Richtig im Tempo, gut zu hören … nur unheimlich lang. Tania & Ines zeigten, dass ihre Formkurve weiter nach oben geht. Dennoch mussten sie sich in diesem Jahr mit Platz 4 neben dem Treppchen zufrieden geben. Ein bisschen miteinander reden hatte schon geholfen – Kerstin & Conny hatten sich am zweiten Tag besser sortiert und konnten das ihnen Mögliche nun abrufen. Obwohl sie den vor ihnen Platzierten den Wiener Walzer und Quickstep abnehmen konnten, war es am Ende der 6. Platz – aber wer will in einem solchen Feld damit schon traurig sein. Und außerdem bescherte dieser Platz ihren auch noch den Titel Deutsche Vizemeisterinnen in der Kombinationswertung. Den Abend krönten für pinkballroom aber Mark & Kai, indem sie mit ihrem Witz und Charme Publikum und mit harmonischem Tanzen Wertungsrichter*innen gekonnt in ihren Bann zogen und sich verdient den Deutsche Meistertitel und den Sieg im Turnier sicherten.

Die weiteren Deutschen Meister*innen-Titel gingen an folgende Paare:
– Männer Latein Senioren: Gerd Hummel & Bernd Müller (Tanz Team & TSC Savoy München)
– Frauen Standard Seniorinnen: Susanne Scheuböck & Sibylle Schug (TSC Savoy München)
– Frauen Latein: Marina Hüls & Ute Gaffenberg (TTC Rot-Gold Köln)
– Männer Standard: Timo Johl & Markus Baumann (TSG Fürth & TSC Savoy München, 3. Internationale Wertung) Turniersieg: Thomas Marter & Stefan Lehner (TSC Wechselschritt Linz)
– Männer Standard Senioren: Christian Pohl & Marc Schleuter (TTC Rot-Gold Köln)
– Frauen Latein Seniorinnen: Claudia Ebert & Katrin Ryborz (TSC Blau-Gold Rondo Bonn)
– Frauen Standard: Claudia Reger & Raphaela Edeler (Swinging Sister & TTC Rot-Gold Köln)
– Show-Paare: Claudia Reger & Marina Hüls (Swinging Sister & TTC Rot-Gold Köln)
– Kombination Senioren sowie Männer Hauptgruppe: Gerd Hummel & Bernd Müller (Tanz Team & TSC Savoy München)
– Kombination Seniorinnen: Dorothea Arning & Almut Freund (TC Spree-Athen Berlin)
– Kombination Frauen Hauptgruppe: Miriam Meister & Angela Pikarski (TSC Mondial Köln)
Cornelia Wagner

Ergänzungen von der „Setzerin“:
– Und die Fotoausstellung „Equality-Tanzsport heute – Momente“ ist auch auf Reisen gegangen und ward während der DM anlässlich des 10-jährigen Jubiläums unseres Verbandes zu bewundern (mehr).
Mehr beim DVET über den 1. Tag
Mehr beim DVET über Showtanz
Mehr beim DVET über den 2. Tag
Mehr beim DVET über die Kombinationswertungen
Ergebnislink
– Philipp Awounou hat bei Spiegel-online einen interessanten Artikel über die Deutsche Meisterschaft im Equality-Tanzsport geschrieben. Auch wenn der Titel „Rettet den Führungswechsel!“ etwas anderes suggeriert, geht es um sehr viele Facetten unseres Sport, woher wir kommen, wohin wir gehen…. unter anderem auch um den Führungswechsel. Und wer wissen will, womit sich Philipp Awounou ansonsten auch noch beschäftigen muss, findet hier mehr Infos.

* Der „Setzerin“ ist weder die eine noch die andere beschriebene Person bekannt (das Sternchen zu suchen ist gar nicht so einfach;-).

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