Gaygames-Tagebuch Valencia, Tag 3: Donnerstag, 02.07.2026

Und täglich grüßt das Murmeltier: 6:00 Uhr Wecker – Bääähhh, 6:45 Uhr Haare schön, 7:00 Uhr Frühstück, 8:00 Uhr Farbe im Gesicht, 8:30 Uhr „Guten Morgen“ mit Michael am Check-In, 9:30 Uhr Einmarsch?! – Nein, an Tag drei schon eingespart. Dafür geht es direkt los mit zwei Heats Sichtung für 22 Seniorinnen* Standard! Mehr Zeit war nicht drin. Mit dabei Kay & Claudia, Katrin & Katrin sowie Kerstin & Conny. Die Pinki-Seniorinnen* verteilen sich strategisch über alle drei Klassen.

Als erstes starten Kay & Claudia in der C-Klasse. Sie durchtanzten mühelos das Semi-Finale, und genauso mühelos das Finale, das sie gewannen. Von Herzen freuten wir uns – zusammen mit dem gesamten Saal – mit den beiden. Was für einer gelungener Wiedereinstieg ins Turniertanzen nach längerer Pause.

In der nächsthöheren Klasse tanzten Katrin & Katrin souverän durch das B-Finale. Sie konnten einige Paare hinter sich lassen, die am Vortag noch vor ihnen lagen und belegten den 4. Platz. Für Kerstin und Conny läuft es – wie gestern – gut: Sichtung A-Klasse, Finale Platz 4. Schön war es auch wieder.

Nur wenige Frauen*-Paare nutzen die Möglichkeit Open mitzutanzen, denn das Turnier ist Männer*-Paar freundlich ausgestaltet: Zwischen den Männer* und den Open-Turniere der gleichen Sektion liegt immer ein Tag, während die Frauen*-Paare Open am Vormittag und die Hauptklasse am Nachmittag tanzen müssten. D. h. die Open-Turniere sind eigentlich Männer*-Turniere ergänzt um ein paar wenige gemischtgeschlechtliche Paare, sichtbarer Trans-Pride (in Form von Schleiern, Röcken, Blumen …) und ein paar wenige Frauen*-Paare. Schade, dass gerade diese Paare dann oftmals nicht in die Finals kamen.

Am heutigen Tag wollen es Katrin & Katrin aber wissen. Sie tanzen direkt im Anschluss an die Senior*innen-Standard nochmal Open 45+. Hier drehten die beiden dann richtig auf und konnten sich eine Silbermedaille in der B-Klasse ertanzen.

Am Nachmittag müssen wir wieder wenigstens kurz an die Luft, denn in der Halle ist es zwar schön kühl, aber auch ganz schön dunkel -sogar ohne Sonnenbrille. Das macht auf Dauer schläfrig. Pünktlich zu den Finals sind wir wieder da. Von der Tribüne aus sehen wir im Finale der B-Klasse Männer* Standard Guido und Leon strahlen. Sie überzeugen mit Geschwindigkeit (vor allem Quickstep) und Textsicherheit (vor allem Guido). Sie erreichen im starken Finale Platz 4. Das ist zwar knapp an einer Medaille vorbei – wir kennen das – aber das sollte die Zufriedenheit mit der Leistung nicht schmälern.

Die A-Klassen Männer* Standard und Frauen* Latein sind zwar nicht so groß wie am Vortag, jedoch ebenso sehenswert. Insbesondere wird die Geduld der Finalist*innen zum Teil erheblich auf die Probe gestellt. An allen Turniertagen wird auffällig viel langsame Musik gespielt. Jedoch der Wiener Walzer für A-Männer*, wie auch die Rumba für A-Frauen* verlangen den Paaren schon arg viel ab.

Was wir aus den A-Finals lernen: Geschwindigkeit ist keine Domäne der Männer*-Paare, auch mit 45+ kann Frau noch unglaublich gut im A-Final mithalten, goldene Jackets dürfen außer Wertungsrichter*innen auch ausgewählt schön tanzende Tänzer* anziehen, Führungswechsel sind international „In“.

Eigentlich hätte es ein schöner Abend werden können. Wir finden noch ein tolles Restaurant in unserer Lieblingsgegend in Russafa und treffen uns mit mutigen Gaygames-Teilnehmenden, die um 20:00 Uhr am 5 km Lauf teilgenommen haben. Wäre da nicht, ja wäre da nicht … Der bewegende Abschied von Rafael Chmiela & Grzegorz Dyrda gewesen. Mit bewegenden Worten beenden beide ihre Tanzkarriere. Wir können uns Männer* Standard und die Berlin Open ohne die beiden überhaupt gar nicht vorstellen.

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