Jeden Dienstag könnt Ihr bei Anita Standard und Latein lernen. Der 29.09.2026 ist der kostenfreie Schnupperabend. Alle weiteren Informationen findet Ihr im Flyer sowie hier.

Jeden Dienstag könnt Ihr bei Anita Standard und Latein lernen. Der 29.09.2026 ist der kostenfreie Schnupperabend. Alle weiteren Informationen findet Ihr im Flyer sowie hier.

Der Grand Slam, den die EEDA (unser europäischer Verband) auslobt, zielt darauf ab, mehr Paare zur Teilnahme an kleineren europäischen Turnieren zu ermutigen. Grand-Slam-Titel werden in folgenden Kategorien vergeben:
Für die Grand Slam Wertung 2025 galt: Paare, die an mindestens drei der folgenden fünf Wettbewerbe teilnahmen, wurden bei der Grand Slam Wertung berücksichtigt: Pink Jukebox Trophy, Rendezvous von Paris, Berlin Open, Frankfurt Weihnachtsturnier, Nordic Open Helsinki. Die EEDA hat kürzlich die Ergebnisse bekannt gegeben. Insgesamt haben 19 Paare die notwendigen 3 Turniere getanzt. Die Gewinner*innen waren:
In den anderen Kategorien hatte sich leider kein Paar qualifiziert – leider kein einziges pinkballroom-Paar.
Die nächste Grand Slam Wertung erfolgt für das Turnierjahr 2026/2027. Als Schlussfolgerung aus 2025 hatte die EEDA die Anzahl der Turniere der Turnierserie auf sieben erhöht. Paare die zumindest an drei der folgenden Turniere teilnehmen qualifizieren sich:
Die Berlin Open 2027 bilden somit den Schluss der Turnierserie. Die Grand Slam Titel werden auf den EuroGames in Cardiff in Juli 2027 präsentiert.
Für alle, die auf der Suche nach einer Tanzpartnerin oder einem Tanzpartner sind, findet am 10. Oktober von 17:00 bis 19:00 Uhr ein Tanz Speed Dating statt. Das Angebot richtet sich an alle – unabhängig von Geschlecht (Mann, Frau, Divers), gesuchte Paarkonstellation, Rolle (führend oder folgend) und Leistungsniveau (Standard, Latein, Turnier, Breitensport oder Social Dance).
Der Ablauf sieht ein erstes Kennenlernen und einen Warm-up-Tanz vor. Danach folgen Rumba, Walzer, ChaCha, Tango, Jive und Quickstep mit jeweils wechselnden Partnern. Eigene Steckbriefe können mitgebracht und vor Ort ausgehängt werden.
Anschluss und Party:
Ab 19:00 Uhr kann auf der anschließenden Tanzparty im Vereinsheim direkt weitergetanzt werden. Die Teilnehmenden werden gebeten, einen Beitrag zum Buffet mitzubringen

Wir hatten uns als pinkballroom so darauf gefreut: Wir tanzen wieder das erste mal seit Jahren gemeinsam hinter einem Truck mit Musik von Andrea!!! Dafür hatten wir auf Initiative der Schwulenberatung Berlin eine Puschel-Choreo (aka Tanzflashmob) einstudiert, um gemeinsam deren 45-jähriges Jubiläum zu feiern.
Und: Es war ein wunderschöner Tag! Wir puschelten uns gemeinsam über die Straßen Berlins. Mit unseren pinkenen Outfits waren wir ein Hingucker, und wir haben es sogar in die 19:00-ZDF-heute-Nachrichten geschafft (für ungefähr eine Sekunde😉).

Die anderen Mitlaufenden und Zusehenden applaudierten uns. Zwischendrin wurde es sehr voll hinter dem Wagen 10. War es die tolle Musik oder unser Outfit – wer weiß…. Einige haben Flyer verteilt und wir werden bestimmt zahlreichen Anfragen wegen Cheerdancing bekommen😉 Es war toll und berührend, Teil der sehr diversen queeren Community zu sein, die auf dem CSD ihre Vielfalt ohne Angst zeigen konnte.
Das war unser Resumée bis 22:00.
Der Freude wich Schrecken. Von Stunde zu Stunde wurden die Nachrichten klarer und leider auch furchtbarer. Der Anschlag galt offensichtlich der queeren Community und er traf uns ins Mark. Wir betrauern eine tote Mutter und fühlen mit den 31 – teilweise schwer – Verletzten mit, mögen sie schnell und vollständig genesen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und allen Menschen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind. Wir betrauern aber auch unser Gefühl der Sicherheit, das mit dem CSD Berlin verbunden war, und nun tief erschüttert ist.
Es gab und gibt verschiedene Gedenkveranstaltungen.

Es tut gut, gemeinsam zu trauern und dabei – ja – sichtbar zu sein. Andere brauchen die Gespräche im kleinen Kreis. Wir erinnern uns gemeinsam an die schönen Momente und sind trotzdem unendlich traurig. Es ist nicht leicht.
Der CSD Berlin schreibt in seinem Statement:
„Der Berliner CSD steht für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität. Was jetzt gebraucht wird, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen.
An unserer Haltung hat sich nichts verändert: Wir lehnen jede Form von Gewalt ab. Rechte oder religiöse Ideologien verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken. Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne Relativierung. Ebenso klar stellen wir uns jedem Versuch entgegen, die Tat für Hass gegen Muslim*innen Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren.
Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir nicht zulassen. Wir bleiben laut, wir lassen uns nicht zurückdrängen. Liebe ist stärker als Hass.“
Danke.
Schon seit den ersten Frühjahrssonnenstrahlen treibt uns ein Thema immer wieder um. Die meisten Pinkies träumen schon davon: dem „Flashmob“. Und so hat er zwar noch gar nicht stattgefunden, aber wir haben geprobt, geübt und praktisch schon zwei „Generalproben“ hinter uns.
Dabei ist es alles gar nicht so einfach: Erst drohte Puschelgate – Werden wir genug Puschel haben und wenn ja, sind es auch die richtigen? Danach Trikogate – Werden wir die richtigen T-Shirts haben und wenn ja in der richtigen Größe und mit dem richtigen Logo? Und nicht zuletzt Pipigate – Dürfen wir denn auch aufs Örtchen des Wagen 10 – ja natürlich. Vieles wurde schon geschafft: Puschel sind da, Werbeflyer sind da, T-Shirts sind da und nicht zuletzt: das „Wir-Gefühl“ ist da. Wir haben auf dem Stadtfest unsere erste „Feuerprobe“ – es war eher eine „Fast-Gewitter-Wasserprobe“ – mit Bravour gemeistert.

Zu betonen ist auch die hohe Professionalität, mit der wir uns auf den CSD begeben werden. Stolz präsentieren wird Wagen 10a – quasi der Tour de CSD Begleittross.

Vielen Dank an alle, die fleißig mitorganisiert haben (Rainer, Claudia, Mel, Kornelia, Monika), an die Trainerin und Choreografin Gabriella, an DJane Andrea, an den Wagenbauer Pascal. Besonderer Dank aber an die Schwulenberatung, die verantwortlich für Initiative und Finanzierung sind sowie alle Mitorganisator*innen der Schwulenberatung. Und: Herzlichen Glückwunsch Euch zum 45. Jubiläum.
Während wir schreiben, ist es schon Samstag und wir sitzen im Zug nach Barcelona und machen nochmal Sightseeing vom Zugfenster aus auf die moderne Architektur und das Hafengelände von Valencia. Von Barcelona aus werden wir am Sonntag wieder nach Berlin fliegen. Eigentlich hatten einzelne schon vor, wahrscheinlich oder vielleicht noch am Freitag den Beitrag zu schreiben, aber die Gehirnzellen waren nach dem Tanzturnier in Streik oder Standby oder so getreten und es blieb der Computer auf dem Rücken im Rucksack.
Also von vorne: Wenn die Senior*innen unter uns gedacht haben, sie könnten am dritten Turniertag ausschlafen, weil das Turnier erst um 11:45 Uhr beginnt: Irrtum. Eintanzen gibt es nur von 9:20 bis 10:00 Uhr. Also doch um 7:00 Uhr raus, frühstücken und ab zur Halle. Dann Michael begrüßen und einchecken (der musste übrigens so früh raus, dass es im Hotel noch nichts zu essen gab – der arme Mensch). Zum Glück waren die Umkleiden groß und so konnten wir das Anmalen wenigstens in die Halle verlegen (inklusive des Teilens von Make-Up-Tipps mit den „revue en rose“ Tänzer*innen).

Für die Pinkis starteten aber zunächst unsere Marathon-Tänzer* Guido & Leon, die es auch in 10-Tänze Hauptgruppe wissen wollten. Nur damit die Lesenden später nicht verwirrt sind: Am gleichen Tag fanden 10-Tänze Hauptgruppe und 10-Tänze Senior*innen für die Kategorien Frauen* und Männer* statt sowie Showgruppen, Formationsteams und Showpaare (getrennt nach Männern*, Frauen* und Senior*innen) und das alles ineinander geschachtelt. Ganz schön herausfordernd, den Überblick zu bewahren.

Die Halle war auch am vierten und letzten Turniertag gut gefüllt. Die erste Entscheidung war die der Showgruppen. Am Start waren neben unseren Pinkies noch die Pink-Dancers aus London. Auf den Straßen von Valencia wurde überall Werbung für den Bioparc (Zoo) gemacht, da hatten wir Tänzer*innen natürlich keine Zeit für. Das war aber gar nicht schlimm, denn die Pink-Dancers brachten uns diesen auf die Fläche: zu einem Medley von Tier-Songs wie „Who led the dogs out“, „I am like a bird“, „In the jungle“ erheiterten uns Zebra, Puma, Flamingo (bei der Siegerehrung natürlich standesgemäß auf einem Bein stehend), Chamäleon, Frosch, Rabe, Biene, Oktopus, Hase (oder war es ein Pudel?) und co. Die ältesten Tänzer*innen und Beobachter* fühlten sich an die „guten alten Zeiten“ mit Bradley & Sören und dem „Pink Pudel“ erinnert. Ach, Nostalgie ist doch was Feines. Wenn ich mal in einer Show tanze, möchte ich Schildkröte oder Pinguin sein. Die erwachsenste aller Tanzpartner*innen ist für solche Spielereien natürlich nicht zu haben, oder? Wer kann das noch toppen: Natürlich revue en rose. Unser Team war top vorbereitet, harmonisch, musikalisch und in den Formationselemente exakt. Nicht nur die Klamotten machten den Zusammenhalt und Teamspirit deutlich. Teamchefin Andrea gab in der Umkleide klare Anweisung und so waren alle zur richtigen Zeit am richtigen Platz und jede Bewegung saß. Eine stimmige Choreografie mit einer eindeutigen queeren Botschaft. Das beeindruckte Publikum und Wertungsgericht gleichermaßen. Gold für revue en rose! Herzlichen Glückwunsch an Markus Endrikat, Volker Haenschke, Stefan Hess, Kay Hübner, Claudia Lichnofsky, Katrin Raithel, Andrea Scalmana, Leon Strauß, die Trainerin Gabriella-Ann Davis sowie die Teamchefin Andrea Schlinkert. Nach 2018 in Paris also Titelverteidigung für unsere Showgruppe (in Mexiko 2023 gab es keine Teamwettbewerbe) – was für ein tolles Ergebnis.

Bei den Teamformationen starteten zwei amerikanisch Gruppen. Die Unterschiede der Darbietungen zu den Showgruppen waren für nicht eingeweihte Zuschauende kaum zu erkennen – die Wertungskriterien sind zwar die Gleichen, aber die Gewichtung ist unterschiedlich. „Gold und Silber“ (Vima Vice Squat) aus San Francisco setzten sich mit einer fröhlichen Latein-Kompilation durch. Dahinter platziert Rebel Motion, die in futuristischer Bekleidung (die cineastisch bewanderte Tanzpartnerin* vermutet eine Anlehnung an den Film „Dune“) einmal mehr deutlich machten, dass eine Gaygames-Teilnahme in jedem Alter und mit jedem Tanzvermögen möglich ist. Die tänzerischen Elemente waren eher unaufdringlich, die Tanzfreude dafür umso inspirierender. Vielleicht ein Zukunftskonzept. 😉
Bei den Showpaaren gab es sehr unterschiedliche Darbietungen. Sehr gut getanzte Latein-Formationselemente mit Hebe und Schwebe-Figuren, herzschmerzende Liebes-Rumba mit Regebogenfahne, freie Interpretationen von Latein inklusive Musical- und Entkleidungselementen, 10-Tänze-Oper und noch vieles mehr. Aber unser Herz eroberten mit ihrer unglaublich überzeugenden Darbietung und ihrem Mut sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen sowie des Ausnutzens aller Elemente, die die Musik zu bieten hatte Carley & Mary mit ihrer Hobby-Horsing-Show. (Nein, der Satz ist nicht zu lang!). Wir haben Tränen gelacht, uns gekringelt, unterm Stuhl gelegen usw. Angeblich gab es aber auch Menschen, die das nicht lustig fanden, komisch. War dann auch egal, welchen Platz sie damit machten.
Zurück zum ernsthaften Turniergeschehen. Etliche Paare hatten am vierten Turniertag doch ihre Meldungen zurückgezogen. Eigentlich waren fast nur noch diejenigen übriggeblieben, die sich Hoffnungen auf eine Medaille machten. Guido & Leon tanzten sowohl bei den Männern*, wo sie Platz 6 belegten, als auch bei den Senioren*, wo sie ihren Abschied von den diesjährigen Gaygames mit einer Bronzemedaille feiern durften. Kerstin und Conny tanzten Seniorinnen* 45+ und wurden – ne, nicht zum dritten Mal vierte, sondern diesmal dritte. So gab es am letzten Tag noch eine WM-Gold und zwei WM-Bronzemedaillen für pinkballroom.

Das Orga-Team „Tanzen“ um Tom und Isaac hatte nach dem Turnier noch nicht genug. Es gab einen stimmungsvollen Ball mit Auftritten der Weltmeisterinnen*. von dem wir hier nur mit Bildern anderer Tänzer*innen berichten können. Denn wir mussten noch „Turbo Sightseeing“ in der Altstadt von Valencia machen. Folgende Erfahrungen können wir davon weitergeben: Eis Essen bei mehr als 32 Grad Außentemperatur ist eine kleckrige und klebrige Angelegenheit (ist dann mehr warmen Milchshake löffeln), Valencia hat dicke Türme, große Kirchen, Marmorböden auf Plätzen und in Gassen, ein paar Fliesen an Häusern und schöne Parks. Die Altstadt nutzten Touris und Einheimische gleichermaßen. Trotz des Trubels gibt es nette und ruhige Restaurants. Auch Spanier*innen können gut Pasta zubereiten. Im Bus trafen wir dann noch Karate-Kämpferinnen* aus München, die dachten wir würden Bogenschießen betreiben (Also wirklich! Fast hätten wir sie im Gegenzug gefragt, ob sie Schach spielen😉).

Zuletzt war da noch die Sache mit dem Strand. Seit den Eurogames 2008 in Barcelona (es waren unsere ersten) möchte die hydrophile Tanzpartnerin nach dem Turnier an den Strand. Nun, gesehen haben wir den Strand von Valencia eben erstmals von weitem aus dem Zugfenster….
Zurück zum Thema: Das waren schöne Gaygames und eine sportlich wie auch organisatorisch großartige WM. Allen daheim gebliebenen empfehlen wir: Trainiert für Cardiff 14-17. Juli 2027, das lohnt sich.
Dank für die Fotospenden geht an Markus, Michael, Michael (Stuttgart), Claudia, Claudia und Katrin. Text: CW. Strenge Aufsicht, Textverbesserungen und deutsche Sprache: KK.
Und täglich grüßt das Murmeltier: 6:00 Uhr Wecker – Bääähhh, 6:45 Uhr Haare schön, 7:00 Uhr Frühstück, 8:00 Uhr Farbe im Gesicht, 8:30 Uhr „Guten Morgen“ mit Michael am Check-In, 9:30 Uhr Einmarsch?! – Nein, an Tag drei schon eingespart. Dafür geht es direkt los mit zwei Heats Sichtung für 22 Seniorinnen* Standard! Mehr Zeit war nicht drin. Mit dabei Kay & Claudia, Katrin & Katrin sowie Kerstin & Conny. Die Pinki-Seniorinnen* verteilen sich strategisch über alle drei Klassen.
Als erstes starten Kay & Claudia in der C-Klasse. Sie durchtanzten mühelos das Semi-Finale, und genauso mühelos das Finale, das sie gewannen. Von Herzen freuten wir uns – zusammen mit dem gesamten Saal – mit den beiden. Was für einer gelungener Wiedereinstieg ins Turniertanzen nach längerer Pause.

In der nächsthöheren Klasse tanzten Katrin & Katrin souverän durch das B-Finale. Sie konnten einige Paare hinter sich lassen, die am Vortag noch vor ihnen lagen und belegten den 4. Platz. Für Kerstin und Conny läuft es – wie gestern – gut: Sichtung A-Klasse, Finale Platz 4. Schön war es auch wieder.

Nur wenige Frauen*-Paare nutzen die Möglichkeit Open mitzutanzen, denn das Turnier ist Männer*-Paar freundlich ausgestaltet: Zwischen den Männer* und den Open-Turniere der gleichen Sektion liegt immer ein Tag, während die Frauen*-Paare Open am Vormittag und die Hauptklasse am Nachmittag tanzen müssten. D. h. die Open-Turniere sind eigentlich Männer*-Turniere ergänzt um ein paar wenige gemischtgeschlechtliche Paare, sichtbarer Trans-Pride (in Form von Schleiern, Röcken, Blumen …) und ein paar wenige Frauen*-Paare. Schade, dass gerade diese Paare dann oftmals nicht in die Finals kamen.
Am heutigen Tag wollen es Katrin & Katrin aber wissen. Sie tanzen direkt im Anschluss an die Senior*innen-Standard nochmal Open 45+. Hier drehten die beiden dann richtig auf und konnten sich eine Silbermedaille in der B-Klasse ertanzen.

Am Nachmittag müssen wir wieder wenigstens kurz an die Luft, denn in der Halle ist es zwar schön kühl, aber auch ganz schön dunkel -sogar ohne Sonnenbrille. Das macht auf Dauer schläfrig. Pünktlich zu den Finals sind wir wieder da. Von der Tribüne aus sehen wir im Finale der B-Klasse Männer* Standard Guido und Leon strahlen. Sie überzeugen mit Geschwindigkeit (vor allem Quickstep) und Textsicherheit (vor allem Guido). Sie erreichen im starken Finale Platz 4. Das ist zwar knapp an einer Medaille vorbei – wir kennen das – aber das sollte die Zufriedenheit mit der Leistung nicht schmälern.
Die A-Klassen Männer* Standard und Frauen* Latein sind zwar nicht so groß wie am Vortag, jedoch ebenso sehenswert. Insbesondere wird die Geduld der Finalist*innen zum Teil erheblich auf die Probe gestellt. An allen Turniertagen wird auffällig viel langsame Musik gespielt. Jedoch der Wiener Walzer für A-Männer*, wie auch die Rumba für A-Frauen* verlangen den Paaren schon arg viel ab.
Was wir aus den A-Finals lernen: Geschwindigkeit ist keine Domäne der Männer*-Paare, auch mit 45+ kann Frau noch unglaublich gut im A-Final mithalten, goldene Jackets dürfen außer Wertungsrichter*innen auch ausgewählt schön tanzende Tänzer* anziehen, Führungswechsel sind international „In“.
Eigentlich hätte es ein schöner Abend werden können. Wir finden noch ein tolles Restaurant in unserer Lieblingsgegend in Russafa und treffen uns mit mutigen Gaygames-Teilnehmenden, die um 20:00 Uhr am 5 km Lauf teilgenommen haben. Wäre da nicht, ja wäre da nicht … Der bewegende Abschied von Rafael Chmiela & Grzegorz Dyrda gewesen. Mit bewegenden Worten beenden beide ihre Tanzkarriere. Wir können uns Männer* Standard und die Berlin Open ohne die beiden überhaupt gar nicht vorstellen.
Egal, wann wir zur Halle kommen – einer ist schon da: Michael Mews ist alle vier Tage jeden Morgen ab 8:30 Uhr am Check-In als Volunteer dabei. Das Turnierbüro um Isaac Rouviar,, die vielen Volunteers, die wir z. T. auch als Tänzer*innen kennen, wie Axel Zischka, Chrissi Lions uvm. leisten wirklich tolle Arbeit – alle läuft nach Zeitplan, der vorbildlich jeden morgen veröffentlicht wird und auch an den Türen hängt. Der größte Dank gilt aber wahrscheinlich Tom Dane, der für die ISSDA den Hauptteil der Organisation dieser WM übernommen hat. Auch ein paar andere Pinkies haben sich zu dieser nachschlafenden Zeit schon in die Halle verirrt: Markus Endrikat macht unermüdlich Fotos und Thorsten Reulen beobachtet das Geschehen von der Tribüne aus. Auf der Tanzfläche sind wir (Kerstin & Conny) in dieser ersten Turniersektion als Pinkies allein. Seniorinnen*-Latein ist dran – Latein: ist ja bei uns immer so ein bisschen Wundertüte, daher waren wir auch doch recht aufgeregt. Umso mehr haben wir uns über die A-Klasse-Sichtung und anschließend Platz 4 gefreut.
Als wir noch „jung“ waren – gerade gestern – haben wir uns häufiger gefragt, woran wir wohl erkennen werden, dass es Zeit ist Senior*innen zu tanzen. Gerne geben wir an dieser Stelle unsere Top 3 Erkenntnisse wieder:
Platz 3: Deine Schminktasche wird immer kleiner und besteht fast nur noch aus Natur-Kosmetika
Platz 2: Du findest mindestens drei Argumente, warum es doch ganz gut sein könnte, bereits um 9:30 Uhr Latein zu tanzen.
Platz 1: Auf der Anreise zum Turnier wird dir in öffentlichen Verkehrsmitteln 2x ein Sitzplatz angeboten.
Den Nachmittag verbringen wir dann zunächst mit Sightseeing anderer Art, denn die Jüngste aus unserem Paar hat es bei Jive übertrieben. Jetzt zwickt die Hüfte. Drei Apotheken später haben wir das gewünschte vendaje neuromuscular (Kinesio-Tape, danke Leo) und noch ein paar andere Hilfsmittel erworben. So kommen wir gerade noch rechtzeitig zu den Finals wieder in die Halle.

Bereits am Eingang hören wir, wie unglaublich stark die Konkurrenz in allen Hauptgruppenklassen ist. Davon sind wir sofort überzeugt! Das erste Final mit Pinki-Beteiligung ist die Hauptgruppe Frauen* C-Klasse. Hier tanzen Simone Hückelheim & Eline Quast, Kay Hübner & Claudia Neidig sowie Katrin Stade & Katrin Raithel. Es ist unglaublich spannend. Simone & Eline tanzen sehr schön durchgängig und belegen den 5. Platz. Kerstin und Claudia überzeugen mit viel Tanzgefühl und erreichen die Bronzemedaille. Katrin & Katrin tanzen sich unerschrocken durch das Feld und lassen sich auch durch Sturz nicht aufhalten. Sie vergolden sich den Abend.

Anschließend sind Guido Gentes & Leon Strauß ebenfalls in der C-Klasse, jedoch in Latein dran. Die beiden glänzen bis hoch in die Tribünen – und schaffen – unglaublich – den Platz in der Farbe ihrer Hemden – Gold.
Die anschließenden B-Klassen hätten auch gut und gerne A-Klassen sein können. Alle Finals waren so toll anzuschauen. Aber natürlich stellten die geschachtelten A-Klassen Finals selbst geübte Zuschauer*innen vor unlösbare Dilemmata: Alle Paare waren so toll, dass mensch gar nicht wusste wohin zuerst schauen. Wir finden keine passenden Worte, wer nicht da war – leider Pech gehabt…
In allen Finals gehen die Paare übrigens über die – natürlich – rote Showtreppe auf die Fläche. Damit ihr daheimgebliebenen einen Eindruck bekommt, hier mal ein Bild dazu.

Wir machen uns jetzt langsam auf den Weg zur Pizza, während die Showgruppe noch eine fast mitternächtliche Stellprobe absolviert.
Das haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Gaygames-Tagebuch. Letztes Mal waren es die Gaygames 2018 in Paris!
Als wir in Berlin am Montag losgeflogen sind, lag das wohl historisch heißeste Wochenende der Stadt hinter uns. Während die Berliner*innen nun eine kleine Erholungsphase bekamen, bewegten wir uns in die gaannnzzzz falsche Richtung – 30 Grad, strahlender Sonnenschein und mind. 200% Luftfeuchtigkeit. Und das Wetter bleibt über die ganze Woche gut – die Mauersegelnden fliegen hoch, wie unser mitreisender treuester Fan und Hobbyornithologe sachkundig feststellte. Dieses Erlebnis krönte seinen Tag, nachdem wir auf dem Grünzug in der Nähe der Akkreditierung zwei Wiedehopfende entdeckt und fotografiert haben. So, jetzt schon zwei Sätze ohne Genderstern geschrieben – jetzt reicht es aber!
Während es am Montag wohl noch turbulente beim Check-In zuging, haben wir unsere Badgets und tolle Gaygames Trinkflaschen am Dienstag gegen Mittag schnell und unkompliziert bekommen. Danach erstmal mit der glücklicherweise klimatisierten Metro Richtung Venue. Das Tanzen findet in einer Basketballhalle statt. Diese ist sehr groß, glücklicherweise klimatisiert und die Tanzfläche ist mit schwarzen Stoffwänden sowie Showtreppe angenehm eingebettet. Mehr Deko gibt es dann zwar schon nicht mehr, ist aber auch nicht weiter schlimm. Platz ist reichlich und die Umkleiden sind groß. Die paar Zuschauer*innen verlaufen sich zwar schon in der Halle, aber die Stimmung ist auch am Dienstag gut, dem Tag der Equality-Senioren (ja, wirklich nur Männer*) und der vielen anderen Turniere (Open, Tango-Argentino, American Rhythm und was es sonst noch so „Außergewöhnliches“ gibt).

Wir stellen erfreut fest: Die Musik macht Laune, der Zeitplan ist transparent und die Moderation professionell. Die sensibelste aller Tanzpartner*innen meckert auch nur ein kleines bisschen über den glatten Tanzboden, dann kann es also gar nicht so schlimm sein.
Einige Pinkis haben sich auch schon in der Halle eingefunden – Leon Strauß und Guido Gentes tanzen – wie immer bereits seit dem frühen Morgen – sie werden wohl bis Freitag durchtanzen. Wir sind schon jetzt beeindruckt.

Als wir wegen Mittag die Halle betreten, sehen wir als erstes einen strahlenden Guido mit Silbermedaille um den Hals. Diese haben die beiden in der B-Klasse Standard gewonnen und sind damit das viertbeste Paar der Equality-Senioren*-Welt. Herzlichen Glückwunsch. Am Nachmittag lief es in der Sichtungsrunde nicht ganz so gut für die beiden. Mit ein klein bisschen zu viel „Understatement“ werden sie nur in die C-Klasse gesichtet, die sie dann aber souverän gewinnen. Wenigsten haben wir Gelegenheit, sie im Finale ausgiebig anzufeuern.
Einen Ergebnislink findet ihr hier:
https://ifssda.org/gay-games-valencia/
Wir machen uns noch ein wenig nützlich und behängen die Halle mit Plakaten für das Queer Dance Camp 2026. Danach bewegen uns gegen 17:00 Uhr aus der Kühle der Halle in die Hitze der Stadt ins belebte und in diesen Tagen sehr queere Viertel Russafa. Dort erobern wir eine kleine Tapas Bar, deren Vorrat an Sprudelwasser die vertrockneteste aller Tanzpartner*innen sofort leert. Ansonsten bringt uns der Kellner brav ganz viele großartige vegetarische Leckereien, obwohl er eigentlich meint, der Tisch sei viel zu klein und unsere Bestellung viel zu groß. Aber wir schaffen das! Und wir müssen unsere Vorurteile über die spanische Küche, die bloß „totes Tier“ kann, doch deutlich überdenken.
Um uns für morgen noch ein wenig einzulaufen, ziehen wir erneut zum Grünzug (Parque fluvial del Río Turia) und laufen diesen nach Süden – dort stehen beeindruckende Bauwerke, deren Architektur an Meerestiere erinnert und die Oper, Kunstaustellung und Kulturforum beherbergen. Valencia kann was, so als Stadt. Zum Glück gibt es dort auch reichlich Wasser und Wind zum Abkühlen. Wir merken, warum es wichtig ist, Mückenschutz zu nutzen (Achtung: Tigermücke).

Zum Hotel ist es nun nicht mehr weit. Noch kurz wappnen, um die -10 Grad kalte Hotel-Lobby zu durchqueren und dann sind wir auch schon im Zimmer. Jetzt heißt es noch kurz mit den daheim Gebliebenen (doch noch ein Wort ohne Stern) telefonieren, duschen und 22:00 Uhr Licht aus. Wir müssen schließlich als Seniorinnen* um 9:30 Uhr früh Sichtungsrunde Latein tanzen. Wir freuen uns.
Von pinkballroom sind folgende Paare zur diesjährigen Equality-DM über Pfingsten nach Darmstadt gereist:
Pfingstsamstag:
Guido & Leon wurden bei den Senioren* Standard in die B-Klasse einsortiert, die sie mit dem ersten Platz in allen Tänzen gewonnen hatten. In der A-Klasse wurde es Silber (im Wiener Walzer war es sogar Platz 1) und damit der Titel Vize-Meister Senioren* Standard.
Katrin & Katrin sowie Eline & Simone tanzten bei den Frauen* in der C-Klasse. Für Eline & Simone war mit dem 10. Platz in der Vorrunde Schluss. Katrin & Katrin tanzten in Finale. Dort wurde die Skatingregel 10 bemüht – die jedoch im Ergebnis leider nicht gut für Katrin & Katrin ausging: Es wurde Platz 6.
Pascal & Finn sowie Guido & Leon klassifizierten sich bei Männer* Latein in die C-Klasse. Dort tanzten Guido & Leon auf den 2. Platz hinter Pascal & Finn, die somit ganz oben auf dem Treppchen standen. Die beiden tanzten nicht in der A-Klasse mit.
Pfingstsonntag:
Katrin & Katrin wurden bei den Seniorinnen* Standard in die B-Klasse einsortiert. Auch an diesem Tag sollte das Glück ihnen nicht hold sein: Sie verpassten leider super knapp das Finale.
Guido & Leon wurden bei den Senioren* Latein als einzige Paar in die B-Klasse gesichtet, die sie mit 35 von 36 Einser-Wertungen gewannen. Da die B-Klasse die höchste Klasse darstellte, sind sie nun Deutsche Meister Senioren* Latein.
Bei den Frauen* Latein tanzten Simone & Monique in der C-Klasse, und dort ins Finale und machten den 6. Platz.
Bei Männer* Standard wurden Guido & Leon in die B-Klasse gesichtet. Diese gewannen sie und tanzten in der A-Klasse (der Quickstep war der 50. Tanz der beiden auf der DM!!!) auf den dritten Treppchenplatz. Das war der 2. Platz in der nationalen Wertung, damit sind sie auch hier Vizemeister Männer* Standard geworden.
In der Kombinationswertung von Guido & Leon machten sie bei Senioren* den ersten Platz und wurden damit Deutsche Meister. Bei Männer* wurde es der geteilte dritten Platz. Da der erste Platz jedoch an ein nicht deutsches Paar ging, griffen sie hier den (geteilten) Meister-Titel ab.