Solidarität in den Zeiten der Corona im Sportverein

Unser regierender Bürgermeister Michael Müller hat in seiner Regierungserklärung vom 26.03.2020 an die Mitglieder in Sportvereinen folgenden dringenden Appell gerichtet:

Der Sport kann uns nach der Krise wieder schnell zusammenführen und verbinden. Natürlich fehlen den Sportvereinen durch die Ausnahmesituation jetzt Einnahmen und die Angst ist groß, dass Menschen jetzt auch aus finanziellen Gründen austreten. Meine dringende Bitte an alle Sportbegeisterte ist deshalb: Bitte bleiben Sie Mitglied in ihren Vereinen, unterstützen sie diese weiter durch ihre Beiträge. Die Vereine werden es Ihnen vielfach danken, auch mit vielen Angeboten nach der Krise.

Unsere Mitglieder scheinen sich diesen Appell zu Herzen zu nehmen. Danke dafür! Hoffen wir, dass nicht irgendwann finanzielle Einbußen bei den ein oder anderen eine Überprüfung der eigenen finanziellen Möglichkeiten notwendig macht….

So viel zum Verantwortungsgefühl. Aber wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Die TiB hat am 02. April 2020 FAQs veröffentlicht, in der der Vorstand folgende Fragen hinsichtlich der Beitragszahlungen in Zusammenhang mit der Einstellung des Sportbetriebs wegen der Corona-Pandemie beantwortet:

  •     Können die Mitglieder die Mitgliedschaft außerordentlich kündigen?
  •     Kann der Beitrag vom Mitglied gekürzt werden, wenn kein Sportbetrieb stattfindet?
  •     Darf der Verein einen ungeminderten Monats- bzw. Quartalsbeitrag einziehen?
  •     Wie geht der Verein mit ersparten Kosten infolge der Einstellung des Sportbetriebes um?

Die Antworten findet Ihr hier –> https://tib1848ev.de/news/faq-der-tib-zu-covid-19/

Vor allem wird ausführlich diskutiert, was die Mitgliedschaft in einem Verein unterscheidet von der Nutzung des Leistungsangebotes eines kommerziellen Anbieters. Und die Antworten zeigen auf, was der Verein auch ohne „analogen“ Sportbetrieb so alles leistet, z. B. das Angebot von Trainingsvideos unserer freiberuflichen Trainer_innen.

Andere Ideen zur Solidarität in den Zeiten der Corona findet Ihr „hinter“ dem Corona-Button oben rechts.

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Die ersten Trainingsvideos unserer Trainer_innen sind veröffentlicht!

Wir befinden uns im Tag 24 nach der Corona-Verordnung. Tänzer_innen dürfen in Berlin nicht trainieren… Gar nicht trainieren? Nein! Unsere Trainer_innen haben erste Trainingsvideos für uns erstellt, mit denen wir nun auch unter „Anleitung“ weitertrainieren können…. Leisten wir den müden Knochen Widerstand!

Auf unserer Seite „Training in den Zeiten der Corona“ findet Ihr diese neuen Videos:

  • Trainingsvideo Federschritt von Gergely Darabos: In der Showgruppe pink unicorn von Gergely Darabos gibt es einen kurzen Passus Slowfox, der mit einem Federschritt startet. Der Federschritt wird in einem 2-teiligen Video von Gergely technisch auseinandergenommen und am Ende wieder zusammengeführt.
  • Trainingsvideos für Fortschrittskurs von Guido Bouwmann: Diese Videos von Guido Bouwmann richten sich an die Teilnehmer_innen des Fortschrittskurs, damit Ihr zu Hause weiter üben könnt. Es sind Übungen, die das bisher Erlernte aufgreift und weiterentwickelt. Die Filme richten sich aber auch an andere interessierte Einsteiger_innen, die die ersten Schritte bereits hinter sich haben.
  • Trainingsvideos Tango Argentino von Guido Bouwmann: Diese Videos richten sich an Breitensportler_innen unseres Vereins, an die Teilnehmer_innen des Tango-Clubs und an andere Tango-Argentino-Interessierte. Die Videos zeigen Backward Ochos (Tango argentino & vals) und Milonga Media Luna.
  • Trainingsvideo Ballett von Anastasiya Yakymenko: Diese Videos richten sich an die Teilnehmer_innen der Ballettkurse von Anastasiya Yakymenko für Kinder und Junior_innen sowie andere Interessierte.
  • Trainingsvideo Latein von Arseni Pavlov: Diese Videos richten sich an die Teilnehmer_innen des Lateintrainings von Arseni Pavlov für Kinder und Junior_innen sowie andere Interessierte.

Bitte beachtet, dass Ihr für die meisten Videos aus technischen Gründen ein Password benötigt. Da wir sicherstellen wollen, dass alle Mitglieder des Vereins Zugang zu den Videos erhalten, haben wir in dem jeweiligen Link ausreichende Hinweise für das Password aufgeführt. Ihr schafft das!

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Solidarität in den Zeiten der Corona

Das Coronavirus hat zurzeit großen Einfluss auf fast alle Bereiche unseres Lebens. Wir können nicht mehr tanzen – das ist sehr bedauerlich. Der Verein weiß noch nicht, was auf ihn zu kommt, welche Auswirkungen die Schließung hat…..auch nicht schön. Aber es gibt einen Personenkreis, für den die Auswirkungen schon jetzt vollkommen klar sind: Unsere freiberuflichen Trainer_innen stehen vor der Frage, wie sie ihre Existenz sichern sollen.

Wenn Ihr in der Situation seid, dass Ihr Privatstunden gebucht habt, die nun ausfallen, und weder Ihr noch die Trainer_innen können was dafür, was tut Ihr? Ja, Ihr müsst nicht zahlen (juristisch unverbindliche Einschätzung), aber vielleicht könnt ihr ja. Vielleicht seid Ihr ja von Corona finanziell nicht betroffen, und könntet Euch einfach leisten, die Privatstunde zu bezahlen, auch wenn sie ausfiel?

Es gibt eine Online-Petition an den Bundesfinanzminister Olaf Scholz, in der Finanzhilfen für Freiberufler_innen und Menschen aus der Kreativszene gefordert werden. Sie wurde am 11.03.2020 von dem Sänger David Erler aus Leipzig initiiert, und jetzt (am 18.03.2020) schon von fast 230.000 Menschen unterstützt. Hier könnt Ihr die Anliegen der Freiberufler_innen unterstützen.

In dem Artikel „Corona-Solidarität: Stammgäste können Lokalen helfen, Clubs streamen um ihr Leben“ in der TIP Berlin gibt es zahlreiche Hinweise, wie Selbstständige, Freiberufler*innen und Inhaber*innen von Kneipen und Cafés, Restaurants und Clubs unterstützt werden können. Folgende uns liebe Institutionen haben Spendenaufrufe gestartet:

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Das Tanzen in den Zeiten der Corona

Wir würden sooo gerne tanzen…..können wir aber nicht!

Damit wir nicht ganz vor die Hunde gehen, wollen wir hier in loser Reihenfolge Ideen weitergeben, was wir statt dessen tun können. Die tanzlosen Zeiten können wir füllen mit Techniktraining, mentalen Training und Ausgleichstraining. Außerdem könnten wir uns endlich mal um die Zipperlein kümmern, die uns schon lange das Tanzleben schwer machen. Jetzt haben wir Zeit dazu…..leider…..

Wir starten mit einem Zipperlein: Der Hallux Valgus ist ein Problem vieler Tänzerer_innen. Die engen Schuhe, das regelmäßige Belasten, bei einigen auch die hohen Absätze… alles nicht gut für die Füße. Das trifft nicht nur Tänzer_innen, sondern auch Kletterer_innen – auch diese haben enge Schuhe und Probleme mit dem Zehengrundgelenk (noch eine Gemeinsamkeit neben anderen, siehe „Unsere Fotoausstellung geht klettern„). Deswegen hat die Physiotherapeutin Sharon Redling, die selber klettert, für die Community ein Video erstellt, in dem sie Hinweise gibt, was mensch selber tun kann, um das Zehengrundgelenk zu entlasten.

Hinweis:  Wir sind offen für Eure Ideen, bitte sendet sie uns zu unter info@pinkballroom.de zu! Weitere Trainings findet Ihr auf pinkballroom.de unter „Corona“.

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Komplette Einstellung des Sportbetriebs ab sofort!!!

Der Vorstand der TiB 1848 informiert:

„Liebe Verantwortliche in den Abteilungen, liebe Mitglieder, liebe Gäste,

in seiner am Samstag, 14.03.20, veröffentlichten VERORDNUNG hat der Berliner Senat u.a. auch den Sportbetrieb auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen untersagt.

Das bedeutet, dass die Turngemeinde den kompletten Sportbetrieb auf allen eigenen Sportanlagen ab sofort einstellen muss. Das gesamte Vereinsgelände am Columbiadamm mit dem Sportzentrum …, das Vereinsheim, … bleiben ab sofort für den Sportbetrieb verschlossen.

Wir gehen davon aus, dass diese Regelungen zunächst mindestens bis zum 19. April gelten werden. Über den aktuellen Stand und eventuelle Änderungen werden wir euch selbstverständlich weiter an dieser Stelle informieren. Bitte haltet auch Kontakt zu euren Abteilungsleitungen, die euch über weitere vom Verein eingeleitete Maßnahmen informieren können. Weiterhin verweisen wir auf die Informationen auf der Senatshomepage Senat Berlin

Wir danken für euer Verständnis und hoffen auf eine rasche Wiederherstellung unseres Sportbetriebs.

Bleibt gesund, alles wird gut!

Michael Grabitz, Präsident, 14.03.2020, 20.30 Uhr“

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Sportbetrieb pinkballroom ab 17.03.2020 eingestellt!!!

Heute hat der Vorstand der TiB 1848 e.V. entschieden, dass der Sportbetrieb sowohl im Sportzentrum als auch im Vereinsheim ab Dienstag 17.03.2020 um 08:00 Uhr eingestellt wird. Zunächst ist diese Unterbrechung des Sportbetriebs bis zum 19.04.2020 befristet.   In diesem Zeitraum sind weder Gruppentrainings noch Privatstunden oder freies Training möglich. Davon betroffen sind auch folgende Veranstaltungen:

  • 22.03.2020 TiB Tanz Spezial mit CorentinNormand: ABGESAGT
  • 29.03.2020 Abteilungsversammlung: VERSCHOBEN, neuer Termin wird in Kürze bekannt gegeben

Die Abteilungsleitung verweist auf die nachfolgende Veröffentlichung des Vorstandes der TiB 1848 e.V..

„Liebe Verantwortliche in den Abteilungen, liebe Mitglieder,

seitens der Berliner Bezirksämter wurde uns mitgeteilt, dass ab sofort die bezirklichen Schulturnhallen und Sportplätze nicht mehr für den Vereinssport zur Verfügung stehen. Ab Dienstag wird dann die komplette Einstellung des Schulbetriebs folgen.

Leider müssen auch wir auf diese aktuellen Entwicklungen reagieren und die Durchführung des regulären Sportbetrieb in unseren Abteilungen ab sofort bis zum 19. April untersagen. Dies gilt zunächst insbesondere für Sportaktivitäten in geschlossenen Räumen / Hallen. 

Für die vereinseigenen Sportanlagen gelten – so lange es die Situation erlaubt – ab sofort bis zum 19. April Sonderregelungen. Siehe Übersicht: pdf-Datei

Wir bitten alle Mitglieder um angemessene Vorsicht und Achtsamkeit untereinander sowie um einen sachlichen Umgang mit den bekannten Risiken. Wir bitten weiterhin dringend um die Einhaltung der Handlungsempfehlungen aus den jeweiligen Institutionen, z.B. dem LSB Berlin. Weiterhin verweisen wir auch auf die Informationen auf der Senatshomepage Senat Berlin

Über den aktuellen Stand und eventuelle Änderungen werden wir euch selbstverständlich weiter an dieser Stelle informieren.

Wir danken für euer Verständnis und hoffen auf eine rasche Wiederherstellung unseres Sportbetriebs.

Euch allen „coronafreie“ Tage. Bleibt gesund, alles wird gut!

Michael Grabitz, Präsident, 13.03.2020″

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Informationen zum Umgang mit dem Corona-Virus

Die Abteilungsleitung verweist auf die nachfolgende Veröffentlichung des Vorstandes der TiB 1848 e.V.. Wir werden über weiter gehende Schlussfolgerungen und Maßnahmen informieren. 

„Angesichts der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus und zur Information aller TiB-Mitglieder möchte der Vorstand folgende Erklärungen und Hinweise abgeben:

  • Wir folgen den jeweils aktuellen Empfehlungen der Senatsverwaltung bei Umgang mit dem Virus. Hierzu verweisen wir auf die Informationen auf der Senatshomepage (LINK)
  • Der Vorstand bittet alle TiB-Mitglieder sorgsam mit der eigenen Gesundheit umzugehen und selbst entsprechende Hygienestandards einzuhalten.
  • Mitglieder, die bei sich selbst Erkältungssymptome feststellen, sollten – um nicht weitere Sportkameraden anzustecken – sicherheitshalber auf die Trainingsteilnahme verzichten.
  • Mitglieder, die zu den vom Senat benannten Risikogruppen gehören, sollten ebenfalls auf eine Trainingsteilnahme verzichten.
  • Den Verantwortlichen in den Abteilungen wird empfohlen, den aktuellen Informationen auf der DOSB-Homepage zu folgen. (LINK)
  • In den vereinseigenen Sportanlagen wird von Seiten des Vereins, der Abteilungsleitungen und aller Nutzer auf eine besonders gründliche Einhaltung der Hygienestandards geachtet.
  • Wir bitten alle Mitglieder um eine angemessene Vorsicht und Achtsamkeit untereinander und um einen sachlichen Umgang mit den bekannten Risiken.

Berlin, 11.03.2020, Michael Grabitz, Präsident“

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Unsere Fotoausstellung geht klettern

Die Fotoausstellung „Equality-Tanzsport– Momente“ wird vom 01.04. bis 30.06.2020 in der Kletterhalle Magic Mountain ausgestellt. Pinkballroom hatte die Fotoausstellung zur Europameisterschaft 2017 und anlässlich der Jubiläen der European Same-Sex Dance Association (ESSDA) sowie des Deutschen Verband für Equality-Tanzsport (DVET) erstellt. Zwischenzeitlich wurde sie an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Anlässen gezeigt – das hatte aber immer mit Tanzen zu tun. Aber was macht denn bitte schön die Ausstellung in einer Kletterhalle?

Nun, es gibt eine nicht unerhebliche Überschneidung zwischen Pinkie-Tänzer_innen und Kletterer_innen. Während das gleichgeschlechtliche Tanzen allein von der schwul-lesbischen Community ins Leben gerufen wurde, ist gerade der Anteil von Lesben unter den Klettererinnen recht hoch. Wer beides kann – Klettern & tanzen – weiß, dass es Ähnlichkeiten gibt. Beides sind koordinativ hoch anspruchsvolle Sportarten (Ja Ihr Kletterer_innen: Tanzen ist Sport).

Beim Tanzen ist Ästhetik Selbstzweck und nur mit guter Technik zu erreichen, während ein ästhetischer Kletterstil Ausdruck von guter Klettertechnik ist, was am Ende über den Erfolg entscheidet. Ähnlich ist auch die Stimmung bei Wettkämpfen: Sowohl beim Equality-Tanzsport- als auch in der Kletter-Community herrscht eine familiäre Atmosphäre und viel Wertschätzung vor.

In der MagicMountain gibt es eine Ausstellungswand, an der regelmäßig wechselnde Foto- und Kunstausstellungen zu finden sind. Üblicherweise würden wir dort Kletterfotos erwarten. Aber dem ist nicht so. Landschaftsfotos waren schon gesehen, Portraitfotos von Reisen und vieles andere. Kunst halt. Und da die Fotoausstellung „Equality-Tanzsport– Momente“ auch echte Kunstwerke enthält, sind diese ab dem 01.04.2020 dort zu sehen (übrigens kein Aprilscherz).

Ausstellungseröffnung am 01.04.2020, 19:00 Uhr

Eintritt: kostenlos bei ausschließlichen Besuch der Ausstellung Anschließendes Klettern zum Eintrittspreis von 16 EUR möglich, bitte um kurze Mail an info@pinkballroom.de, wenn ein Schnupperklettern gewünscht ist (Material kann ausgeliehen werden)

Adresse: Böttgerstraße 20, 13357 Berlin (Nähe S & U Gesundbrunnen)

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Termine für die Queer Dance Camps 2020 & 2021 stehen fest!

Kalender gezückt!

Wir haben die Termine für die nächsten Queer Dance Camps auf Basis der analogen Social Media festgelegt.

Der Termin für 2020: 11.-13.12.2020 (also ausnahmsweise nicht wirklich das letzte Wochenende vor Weihnachten), Das Thema ist noch offen – wir werden informieren.

Wer gerne schon länger plant: Der Termin für das darauf folgende Jahr ist 17.-19.12.2021.

Wir freuen uns auf Euch!

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Caught in the gender trap, Beitrag von Jan Himme

Wir veröffentlichen hier nachfolgenden Beitrag von Jan Himme. Gerne bieten wir mit pinkballroom.de ein Forum für weitere Diskussionsbeiträge. Vor allem möchten wir aber anregen, das Thema im Sportausschuss zu thematisieren bzw. auf dem Verbandstag des DVET im Rahmen der Deutschen Meisterschaft anzusprechen.

Am Samstag, dem 15. Februar 2020 haben Henri Eisenhardt und ich auf dem Equality-Turnier „Pink Jukebox Trophy“ in der Sektion „Frauen“ in London getanzt. Wir trugen hierbei vorne und hinten auf unser Kleidung Aufschriften mit einem Gender-Diverstitäts-Symbol und Schriftzügen wie „I do not fit into any category“, „Goodbye Gender“ und „Embrace all identities“. Wir haben wunderbare, bestärkende und bestärkte Reaktionen erhalten, aber auch einzelne Fragezeichen. Warum haben wir das gemacht, und was wollten wir damit erreichen?

Wir wollten mit dieser Aktion die auch im Equality-Tanzsport unhinterfragte Einteilung der Tanzenden in zwei Geschlechter, nämlich in „Frauen“ und „Männer“, in Frage stellen. Inter*, trans*, nicht-binäre und andere Menschen, die sich, wie Henri und ich, in den Kategorien „Frau“ und „Mann“ nicht hinreichend wiederfinden können oder wollen, haben nach wie vor auch im queercommunitybasierten Equalitytanzsport keinen sichtbaren und anerkannten Platz. Für viele meiner tanzbegeisterten queeren Freund*innen ein Grund, gar nicht erst im Vereinstanzsport anzukommen.

Equalitytanzen sollte jede Person willkommen heißen, unabhängig von ihrer etwaigen Geschlechtsidentität, ihrer sexuellen Orientierung, der ethnischen oder sozialen Herkunft, ihrem Alter, ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, ihrem Aussehen oder anderen Merkmalen. Es sollte insbesondere allen, die sich der sogenannten Queer-Community angehörig oder verbunden fühlen, einen möglichst sicheren Raum bieten. Meiner Ansicht nach bedeutet dies auch eine aktive Positionierung für die Anerkennung von Personen, welche einer Zuordnung zu einer der zwei binären Geschlechterkategorien „Frau“ und „Mann“ nicht entsprechen können oder wollen.

Es kann nicht oft genug deutlich gemacht werden, dass Menschen, die nicht in das binäre „Frau-Mann-Schema“ passen und sich dahingehend outen, dies nicht aus Trendgründen tun. Menschen mit Gendernonkonformität müssen sich tagtäglich entscheiden, wie sie hiermit umgehen. Noch immer besteht jederzeit das Risiko von Diskriminierung am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum, innerhalb der Herkunftsfamilie oder sogar innerhalb des Freund*innenkreises. Viele aus der Tanzsport-Community kennen dies von ihrer sexuellen Orientierung, oder von anderen Diskriminierungsmerkmalen. Das ist kein Spaß. Menschen outen sich, weil sie sich wünschen, sie selbst sein zu können. Die ökonomischen, sozialen und psychischen Folgekosten eines solchen Outings stehen nicht im Verhältnis zu einem vermeintlich damit verbundenen Coolnessertrag.

Einige Menschen können, selbst wenn sie wollten, nicht die bestehenden Vorgaben erfüllen, welche es ihnen erlauben würde, als „Frau“ oder „Mann“ „durchzugehen“. Andere werden aufgrund ihrer äußeren Erscheinung nach „Frau“ oder „Mann“ eingeordnet, auch wenn sie sich nicht so empfinden. Dritte befinden sich in Transitionsprozessen, die nicht abgeschlossen sind oder deren Reiseziel unklar ist. Kurzum: Es gibt kein Geschlecht, welches sich am Äußeren eines Menschen ablesen ließe.

Im Deutschen Verband für Equality Tanzsport e.V. (DVET) und in der European Same Sex Dance Association (ESSDA) existiert bereits eine Art Diversitätsempfehlung im Hinblick auf Geschlecht. Nach dieser soll jede Person dort tanzen, wo sie sich am wohlsten fühlt. Ein sehr guter Start ist diese Regelung allemal: Für mich persönlich beispielsweise hat diese Regelung entscheidend dazu beigetragen, dass ich mich getraut habe, mich im Frühjahr 2019 innerhalb der Turniertanzszene mithilfe meiner Namensänderung zu outen. Leider ist diese Richtlinie nicht gut bekannt und schwer aufzufinden.

Auch das United Kindom Equality Dance Council (UKEDC) hatte wahrscheinlich eine begrüßenswerte Intention, als es im März 2019 eine dritte Geschlechterkategorie namens „non-binary“ in ihr Regelwerk einführte. Allerdings ist es nach den derzeitigen Turnierregeln verboten, Geschlechter im Tanzpaar zu mischen. Wenn man diese Regel ernst nimmt bedeutet dies, dass ich als eine Person, die sich am ehesten im „non-binary“ wiederfinden kann, nur mit einer anderen „non-binary“-Person tanzen darf. Für mich würde das bedeuten, dass ich spätestens nach meinem Outing nicht mehr mit meiner Tanzpartnerin tanzen dürfte.

Auf allen größeren Turnieren ist es nach wie vor notwendig, sich für die „Frauen“- oder für die „Männer“-Sektion zu entscheiden. Für inter*, trans*, nicht-binäre und andere Menschen, die nicht in die Kategorien „Frau“ und „Mann“ passen, ist die Anerkennung ihrer Geschlechtlichkeit gegebenenfalls von hoher persönlicher Bedeutung. Spätestens auf der Turnierfläche müssen sie sich aber in das Bild einer binären Geschlechtereinteilung einfügen und öffentlich (wieder) ein für sie nicht passendes Geschlecht repräsentieren.

Warum ist dies nötig? Wir sollten hinterfragen ob es einen echten guten Grund gibt, auf Kosten von Teilen der Queer-Community auf die Einteilung in „Frauen“- und „Männer“-Paare zu bestehen.

Ein häufig angebrachtes Argument ist die Annahme einer unfairen Konkurrenz zwischen „Frauen“- und „Männer“-Paaren. Bezogen wird sich hierbei entweder auf angenommene körperliche Vorteile oder auf Bewertungen von Wertungsrichter*innen, die das Tanzen von „Männern“ höher bewerten. Ja, beides passiert! Es passiert aber auch nicht weniger dadurch, dass „Frauen“ und „Männer“ getrennt starten. Wettbewerb an sich ist etwas, wo Menschen versuchen „gerechte“ Kriterien für ein inhärent unfaires Spiel aufzustellen. Indem wir mitmachen, erklären wir uns damit einverstanden. Und falls man trotzdem ein bisschen Fairness durch verschiedene Sektionen erreichen will. Warum dann nicht diskutieren, was gegebenenfalls viel stärker von Gewicht ist? Wie wäre es zum Beispiel damit, die Tanzenden entsprechend ihren zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten einzuteilen, Privatstunden zu nehmen? Oder Sektionen anhand der gemittelten Körpergröße zu definieren, nach Jahren der Tanzerfahrung, oder nach dem Rampensau-Faktor? Ganz ohne Augenzwinkern: Möglicherweise ist die Zeit gekommen, die Regeln des Wettbewerbs neu zu definieren.

Eine andere Sorge ist, dass der Equalitytanzsport an sich seine Existenzberechtigung gegenüber der World Dance Sport Federation (WDSF) und dem Deutschen Tanzsportverband (DTV) verlieren könnte, wenn die binären Geschlechterzuordnungen aufgelöst werden. WDSF und DTV sind traditionell stark heteronormativ aufgeladen und viele Equality-Paare werden sich dort in kurz- bis mittelfristiger Zukunft nicht wohl fühlen können. Die Bewertungsmaßstäbe werden sich, wenn überhaupt, nur zögerlich ent-gendern und es besteht die Gefahr, dass Equality-Paare in der Masse der Mainstream-Turnierpaare untergehen und herausgedrängt werden.

Beide Diskussionen sind meiner Ansicht nach wichtig, dürfen aber nicht auf dem Rücken von Personen ausgetragen werden, die dies nicht zu verantworten haben. Der Equality-Tanzsport müsste sich umgekehrt von der Selbstdefinition über die Referenz auf die binären Geschlechterzuschreibungen lösen. Demgegenüber müsste er seine eigentliche, ihn auszeichnende Intention schärfen, wie beispielsweise die Reduktion heteronormativer Bewertungsmaßstäbe. Idealerweise würde die Kategorie Geschlecht damit langfristig an Bedeutung verlieren beziehungsweise, in diverseren Spielarten als bisher, nur noch als das Erscheinen, was sie seit jeher ist: eine Inszenierung.

Dass dies nicht von selbst geschieht, sondern es weiterhin notwendig ist, sich hierfür aktiv einzusetzen, ist klar. Es würde bedeuten, sich noch einmal mehr für Vielfalt, Gleichbehandlung und gegen eine ungleiche Bewertung aufgrund von Geschlecht, hetero- oder nicht-heteronormativer Tanzperformance und aufgrund anderer Diskriminierungskategorien zu positionieren und dies zum Ausgangspunkt für die Turniere zu nehmen. Insgesamt könnte das Tanzen damit für alle Teilnehmenden vielfältiger, attraktiver und interessanter werden.

Henri und ich würden uns freuen, wenn die Equality-Tanzszene hierüber in einen konstruktiven Austausch miteinander kommt.

Vielen Dank für die Rückmeldungen für die Erstellung des Beitrages von Henri Eisenhardt, Petra Rostock und Antke Engel.

Jan Himme

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