Caught in the gender trap, Beitrag von Jan Himme

Wir veröffentlichen hier nachfolgenden Beitrag von Jan Himme. Gerne bieten wir mit pinkballroom.de ein Forum für weitere Diskussionsbeiträge. Vor allem möchten wir aber anregen, das Thema im Sportausschuss zu thematisieren bzw. auf dem Verbandstag des DVET im Rahmen der Deutschen Meisterschaft anzusprechen.

Am Samstag, dem 15. Februar 2020 haben Henri Eisenhardt und ich auf dem Equality-Turnier „Pink Jukebox Trophy“ in der Sektion „Frauen“ in London getanzt. Wir trugen hierbei vorne und hinten auf unser Kleidung Aufschriften mit einem Gender-Diverstitäts-Symbol und Schriftzügen wie „I do not fit into any category“, „Goodbye Gender“ und „Embrace all identities“. Wir haben wunderbare, bestärkende und bestärkte Reaktionen erhalten, aber auch einzelne Fragezeichen. Warum haben wir das gemacht, und was wollten wir damit erreichen?

Wir wollten mit dieser Aktion die auch im Equality-Tanzsport unhinterfragte Einteilung der Tanzenden in zwei Geschlechter, nämlich in „Frauen“ und „Männer“, in Frage stellen. Inter*, trans*, nicht-binäre und andere Menschen, die sich, wie Henri und ich, in den Kategorien „Frau“ und „Mann“ nicht hinreichend wiederfinden können oder wollen, haben nach wie vor auch im queercommunitybasierten Equalitytanzsport keinen sichtbaren und anerkannten Platz. Für viele meiner tanzbegeisterten queeren Freund*innen ein Grund, gar nicht erst im Vereinstanzsport anzukommen.

Equalitytanzen sollte jede Person willkommen heißen, unabhängig von ihrer etwaigen Geschlechtsidentität, ihrer sexuellen Orientierung, der ethnischen oder sozialen Herkunft, ihrem Alter, ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, ihrem Aussehen oder anderen Merkmalen. Es sollte insbesondere allen, die sich der sogenannten Queer-Community angehörig oder verbunden fühlen, einen möglichst sicheren Raum bieten. Meiner Ansicht nach bedeutet dies auch eine aktive Positionierung für die Anerkennung von Personen, welche einer Zuordnung zu einer der zwei binären Geschlechterkategorien „Frau“ und „Mann“ nicht entsprechen können oder wollen.

Es kann nicht oft genug deutlich gemacht werden, dass Menschen, die nicht in das binäre „Frau-Mann-Schema“ passen und sich dahingehend outen, dies nicht aus Trendgründen tun. Menschen mit Gendernonkonformität müssen sich tagtäglich entscheiden, wie sie hiermit umgehen. Noch immer besteht jederzeit das Risiko von Diskriminierung am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum, innerhalb der Herkunftsfamilie oder sogar innerhalb des Freund*innenkreises. Viele aus der Tanzsport-Community kennen dies von ihrer sexuellen Orientierung, oder von anderen Diskriminierungsmerkmalen. Das ist kein Spaß. Menschen outen sich, weil sie sich wünschen, sie selbst sein zu können. Die ökonomischen, sozialen und psychischen Folgekosten eines solchen Outings stehen nicht im Verhältnis zu einem vermeintlich damit verbundenen Coolnessertrag.

Einige Menschen können, selbst wenn sie wollten, nicht die bestehenden Vorgaben erfüllen, welche es ihnen erlauben würde, als „Frau“ oder „Mann“ „durchzugehen“. Andere werden aufgrund ihrer äußeren Erscheinung nach „Frau“ oder „Mann“ eingeordnet, auch wenn sie sich nicht so empfinden. Dritte befinden sich in Transitionsprozessen, die nicht abgeschlossen sind oder deren Reiseziel unklar ist. Kurzum: Es gibt kein Geschlecht, welches sich am Äußeren eines Menschen ablesen ließe.

Im Deutschen Verband für Equality Tanzsport e.V. (DVET) und in der European Same Sex Dance Association (ESSDA) existiert bereits eine Art Diversitätsempfehlung im Hinblick auf Geschlecht. Nach dieser soll jede Person dort tanzen, wo sie sich am wohlsten fühlt. Ein sehr guter Start ist diese Regelung allemal: Für mich persönlich beispielsweise hat diese Regelung entscheidend dazu beigetragen, dass ich mich getraut habe, mich im Frühjahr 2019 innerhalb der Turniertanzszene mithilfe meiner Namensänderung zu outen. Leider ist diese Richtlinie nicht gut bekannt und schwer aufzufinden.

Auch das United Kindom Equality Dance Council (UKEDC) hatte wahrscheinlich eine begrüßenswerte Intention, als es im März 2019 eine dritte Geschlechterkategorie namens „non-binary“ in ihr Regelwerk einführte. Allerdings ist es nach den derzeitigen Turnierregeln verboten, Geschlechter im Tanzpaar zu mischen. Wenn man diese Regel ernst nimmt bedeutet dies, dass ich als eine Person, die sich am ehesten im „non-binary“ wiederfinden kann, nur mit einer anderen „non-binary“-Person tanzen darf. Für mich würde das bedeuten, dass ich spätestens nach meinem Outing nicht mehr mit meiner Tanzpartnerin tanzen dürfte.

Auf allen größeren Turnieren ist es nach wie vor notwendig, sich für die „Frauen“- oder für die „Männer“-Sektion zu entscheiden. Für inter*, trans*, nicht-binäre und andere Menschen, die nicht in die Kategorien „Frau“ und „Mann“ passen, ist die Anerkennung ihrer Geschlechtlichkeit gegebenenfalls von hoher persönlicher Bedeutung. Spätestens auf der Turnierfläche müssen sie sich aber in das Bild einer binären Geschlechtereinteilung einfügen und öffentlich (wieder) ein für sie nicht passendes Geschlecht repräsentieren.

Warum ist dies nötig? Wir sollten hinterfragen ob es einen echten guten Grund gibt, auf Kosten von Teilen der Queer-Community auf die Einteilung in „Frauen“- und „Männer“-Paare zu bestehen.

Ein häufig angebrachtes Argument ist die Annahme einer unfairen Konkurrenz zwischen „Frauen“- und „Männer“-Paaren. Bezogen wird sich hierbei entweder auf angenommene körperliche Vorteile oder auf Bewertungen von Wertungsrichter*innen, die das Tanzen von „Männern“ höher bewerten. Ja, beides passiert! Es passiert aber auch nicht weniger dadurch, dass „Frauen“ und „Männer“ getrennt starten. Wettbewerb an sich ist etwas, wo Menschen versuchen „gerechte“ Kriterien für ein inhärent unfaires Spiel aufzustellen. Indem wir mitmachen, erklären wir uns damit einverstanden. Und falls man trotzdem ein bisschen Fairness durch verschiedene Sektionen erreichen will. Warum dann nicht diskutieren, was gegebenenfalls viel stärker von Gewicht ist? Wie wäre es zum Beispiel damit, die Tanzenden entsprechend ihren zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten einzuteilen, Privatstunden zu nehmen? Oder Sektionen anhand der gemittelten Körpergröße zu definieren, nach Jahren der Tanzerfahrung, oder nach dem Rampensau-Faktor? Ganz ohne Augenzwinkern: Möglicherweise ist die Zeit gekommen, die Regeln des Wettbewerbs neu zu definieren.

Eine andere Sorge ist, dass der Equalitytanzsport an sich seine Existenzberechtigung gegenüber der World Dance Sport Federation (WDSF) und dem Deutschen Tanzsportverband (DTV) verlieren könnte, wenn die binären Geschlechterzuordnungen aufgelöst werden. WDSF und DTV sind traditionell stark heteronormativ aufgeladen und viele Equality-Paare werden sich dort in kurz- bis mittelfristiger Zukunft nicht wohl fühlen können. Die Bewertungsmaßstäbe werden sich, wenn überhaupt, nur zögerlich ent-gendern und es besteht die Gefahr, dass Equality-Paare in der Masse der Mainstream-Turnierpaare untergehen und herausgedrängt werden.

Beide Diskussionen sind meiner Ansicht nach wichtig, dürfen aber nicht auf dem Rücken von Personen ausgetragen werden, die dies nicht zu verantworten haben. Der Equality-Tanzsport müsste sich umgekehrt von der Selbstdefinition über die Referenz auf die binären Geschlechterzuschreibungen lösen. Demgegenüber müsste er seine eigentliche, ihn auszeichnende Intention schärfen, wie beispielsweise die Reduktion heteronormativer Bewertungsmaßstäbe. Idealerweise würde die Kategorie Geschlecht damit langfristig an Bedeutung verlieren beziehungsweise, in diverseren Spielarten als bisher, nur noch als das Erscheinen, was sie seit jeher ist: eine Inszenierung.

Dass dies nicht von selbst geschieht, sondern es weiterhin notwendig ist, sich hierfür aktiv einzusetzen, ist klar. Es würde bedeuten, sich noch einmal mehr für Vielfalt, Gleichbehandlung und gegen eine ungleiche Bewertung aufgrund von Geschlecht, hetero- oder nicht-heteronormativer Tanzperformance und aufgrund anderer Diskriminierungskategorien zu positionieren und dies zum Ausgangspunkt für die Turniere zu nehmen. Insgesamt könnte das Tanzen damit für alle Teilnehmenden vielfältiger, attraktiver und interessanter werden.

Henri und ich würden uns freuen, wenn die Equality-Tanzszene hierüber in einen konstruktiven Austausch miteinander kommt.

Vielen Dank für die Rückmeldungen für die Erstellung des Beitrages von Henri Eisenhardt, Petra Rostock und Antke Engel.

Jan Himme

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Elbsandsteinpokal-Turnier am 25.01.2020 in Dresden

Am 25.01.2020 fand das 3. Elbsandsteinpokal-Turnier, ein Gemeinschaftswerk von Tanzsportklub Residenz Dresden e.V. und Queerballroom, in Dresden statt. Queerballroom hat in den Vereinsräumen vom Tanzsportklub Residenz Dresden e.V. seit nunmehr 10 Jahren sein „zu Hause“ gefunden. Ein Grund zum Feiern!

Von pinkballroom starteten zwei Paare:

  • Monique Gärtner & Simone Britz tanzten in der C-Klasse Latein. Im Finale steigerten sie sich von Tanz zu Tanz. Am Ende wurde es der 3. Platz.
  • Leonhard Stefan & Rico Dietzsch tanzten A-Klasse Latein. Alle 3 Paare gewannen mind. einen Tanz, es war also spannend!!! Der letzte Tanz entschied: Für die Beiden wurde es am Ende „nur“ Platz 2 hinter Rafael Chmiela & Grzegorz Dyrda aus Polen.

Alle Ergebnisse im Detail auf: https://www.equalitydancing.de/files/Ergebnisse/20200125_ESP-Dresden/index.htm

Eindrücke und Bilder vom Turnier auf: https://photos.app.goo.gl/6w1wbhvkmuZsPVe37

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Tanzen zwischen Sabine und Dennis

Zum 10. mal sind wir nun schon bei der Pink Jukebox Trophy in London (die es genauso lange gibt, wie die Berlin Open, nämlich seit 1999), doch JEDES Mal ist es ganz anders. Die sich erinnernste aller Tanzpartner*innen sieht das jedoch anders, sie meint, wir würden schon das 10. mal hinfahren, weil es JEDES Mal so schön gleich sei. (Aha!)

Mit Rückenwind von Sabine schaukelten wir uns daher am Freitagvormittag nach Gatwick (bis hierher noch wie immer). Aber, nach 10 Jahren war unser B&B nähe Baker Street bereits ausgebucht und nicht bereit, uns als Stammkundinnen ein Zimmer zu räumen (Unverschämtheit). Daher beschlossen wir nähe Victoria Station ein verkehrsgünstig gelegenes Hotel zu wählen. Und: Es stellte stellte sich als würdiges Ausweichquartier in einer sehr netten Umgebung heraus. Noch lachte uns London mit Sonne an (das sollte sich jedoch bald erheblich ändern) und daher beschäftigten wir uns mit „Einlaufen“ durch neue Stadtviertel in der Nähe von Battersea Power Station. Die Hochhausarchitektur bzw Großbaustellenkultur ist durchaus interessant, wohnen möchten einige von uns allerdings lieber im Wedding. WIE IMMER gingen wir dann Abendessen bei Pizza Express (aber an einem ganz ANDEREN Ort als sonst – zum Glück ist es eine Kette, aber eine leckere).

Natürlich wie immer früh aufstehen wegen der Bedenken der entspanntesten aller Tanzpartner*innen, um dann doch viel zu früh da zu sein und stundenlang in den ersten Ausläufern von Sturmtief Dennis in der Schlange vor dem Rivoli zu stehen. Die Freude über den Einlass wurde nur durch die wie immer vorhandene Kälte in der Umkleide ein wenig getrübt. Aber die erfahrenen Londonturniertänzerinnen haben ja ihre wärmsten Tanzklamotten (mit Woll-Schlüpfer ;-)) eingepackt.

Pünktlich und keinen Verzug im Zeitplan duldend (außer ein paar Minuten warten auf die verspätet mit dem Zug ankommende Wertungsrichterin) ging es los mit Männer Standard und Frauen Latein. Dass wir nicht über die Männer berichten können, liegt nicht an Diskriminierung, sondern daran, dass keine Pinki-Jungs da waren (außer natürlich Torsten, aber der hatte nur beobachtende Funktion). Im Turnier der Frauen-Standard erreichte die Spontan-Kombination Jan Himme und ex-pinki Henri T. in der C-Klassen Platz 3 (von 12 Paaren). Die Freude über den Einzug in die mit neun Paaren besetzte B-Klasse war groß bei Simone Britz & Nora Martens (ein bisschen Respekt war auch dabei) – noch größer dann die Freude über den Einzug in das Finale und das Erreichen von Platz 5. Kerstin Kallmann & Cornelia Wagner machten es sich nicht leicht – da war doch plötzlich kurz nach Beginn der Sichtungsrunde die neue Tango-Folge weg und zwar in beiden Köpfen; und auch die alte nicht mehr auffindbar. Da wurden dann doch einige Glücksgefühle ausgeschüttet, als die Nachricht über das Erreichen der A-Klasse bekannt gegeben wurde. Am Ende stand unser gern genommener Platz 4 in der Ergebnisliste.

Sieger*innen-Ehrung C Latein

Am Nachmittag war dann Latein dran. Die Frauen C-Klasse erwies sich erfreulicher weise als Pinki-dominiert. Der Sieg ging an Simone Britz & Monique Gärtner, die musikalisch und tänzerisch überzeugten. Direkt hinter den beiden konnten sich Jan & Henri Rang 2 sichern. Im Finale der B-Klasse hatten alle Paare sehr gemischte Wertungen. Kerstin & Conny tanzten dort mit und nahmen am Ende einen Pokal für Platz 3 mit nach Hause, der ganz ANDERS aussah, als in den Jahren zuvor (wie JEDES Jahr – er sieht JEDES Jahr anders aus, kommentiert die sich energisch erinnernste aller Tanzpartner*innen).

Die Turniersieger*innen bei den A-Klassen wurden die jeweiligen Weltmeisterinnen Petra Privou & Caroline Zimmermann (Köln, wie JEDES Jahr seit 16 Jahren, also länger sogar als die sich permanent erinnernste aller Tanzpartner*innen überhaupt erinnern kann) sowie Kelly Monshouwer & Yulia Zhdanova (Niederland/Russland). Bei den Männern Standard gewannen die Polen Rafael Chmiela & Grzergorz Dyrda. Und bei den Männern Latein die Jonathan Morrison & Shane Seal Basingstoke aus GB.

Von den Teilnehmendenzahlen und Zuschauendenzahlen war das Turnier gefühlt so gut wie noch nie besetzt – am Vormittag sogar ausverkauft – und von der Qualität des Tanzens waren viele sehr begeistert. Die Turnierorga war wie JEDES Jahr super. Die Stimmung war großartig (gerade auch bei den D-Klassen) und wir haben wie JEDES Jahr neue Line-Dance Choreos ausprobieren dürfen. Die Musik hatte alles, was man von einem London-Turnier erwartet: Blackpool-Style, Evergreens und stimmungsvolle moderne Stücke. Wollt ihr ein bisschen Tänze raten? Was tanzten wir wohl zu „Mexicooooo“ und „Piano-Man“ (schon klar, oder) – aber was wohl zu „Go Down Moses“, „We will Rock You“ und „Skyfall“ (zwei verschiedene Tänze, aber keine Rumba). Zur Auflösung geht es am Ende des Textes. Aber da war noch was ganz BESONDERES: Mit Standing Ovation feierte die Community Jacky Logan, die mit ihrem Einsatz für queere Akzeptanz – auch auf der Tanzfläche – mit der Medal des British Empire ausgezeichnet wurde (wir berichteten) und Ralf Schiller, der seinerzeit 1989 das gleichgeschlechtliche Tanzen in London mit aus der Taufe hob.

Der Vorteil an Sturmtief Dennis – das Rausgehen am Samstag lohnte sich gar nicht. Nach dem Turnier wurde es dann doch wie JEDES Mal spät, wir beendeten unseren Turniertag dann mit einem kulinarischen Highlight bei „Mi Casa“ (man könnte an ein nettes kleines spanisches Restaurant denken – aber Buritos auf der zugigen Bank in Victoria Station schmecken nach einem langen Turniertag fast genauso gut).

Leider gestaltete Dennis den Sonntag wettertechnisch nicht echt schöner. Wir entschlossen uns daher etwas zu tun, was wir natürlich schon immer Mal machen wollten (?!): Nach dem Frühstück, zum dem uns das Hotel mitten in der Nacht aufforderte (es ging nur bis 9 Uhr) – erstmal Kaffee trinken. Danach machten wir uns auf in das Dockland-Museum, das sich im neuen Bankenviertel am West India Quay befindet – na welche*r Touri*in will da nicht hin? Wir lernten viel – zuerst mal, dass Zutrifft offensichtlich üblicherweise mit Kinderwagen zu erfolgen hat. Gegen kleine Spende, im sonst kostenfreien Museum, wurden wir dann aber doch herzlich eingelassen. Wichtiger aber noch, dass der Flughafen, von dem wir abfliegen sollten – ganz ANDERS als sonst: London City Airport – eine Strukturmaßnahme für die stillgelegten Hafengebiete war. Und das Modell mit der einen Startbahn mit rechts und links Wasser drum sah ganz schön klein aus, hoffentlich wussten die, was sie taten….. Weiterhin lernten wir, dass die Dockarbeiter*innen bevor sie abgewickelt wurden (wie auch die queere Szene Londons, siehe Film „Pride“) den Streik der Bergarbeiter*innen im England unter Thatcher unterstützte. Wir lernten noch vieles Mehr … daher, hinfahren und selber gucken. Danach vergnügten wir uns bei der empfehlenswerten Regenbeschäftigung für London Touri*innen – Doppelstock-Bus fahren mit einer Tour über die Isle of Dogs (kein Tippfehler, wie die korrekteste aller Tanzpartner*innen wusste) – bei der die Sonne wieder rauskam. So war es auch möglich, noch ein bisschen durch die Straßen von London zu spazieren, um danach endlich essen zu gehen – dies Mal das einzig Wahre – echt italienisch in unserer neuen „Ausweich-Wahl-Heimat“ Londons im Stadtteil Pimlico.

Am Montag schaukelten wir dann nach einer viel zu kurzen Nacht mit den sanften Ausläufern von Dennis, einem tollen Blick über London, entlang der sonnenerleuchteten Themse zurück nach Berlin. Und die Startbahn war auch lang genug … Später erfuhren wir, dass zumindest unser Flughafen wegen Dennis am Sonntag zweitweise geschlossen wurde. Im Netz sind interessante Filmchen von den Flugzeugen zu bewundern, die am Sonntag in London unbedingt landen wollten…

Nächstes Jahr wollen wir wieder nach London, die Eine (die beständigste aller Tanzpartner*innen), weil es JEDES Jahr so gleich ist und die Andere, weil es immer so ANDERS ist.

Ergbnislink -> http://www.easycompsoftware.co.uk/view_results.asp?competition=Pink+Jukebox+Trophy+2020

  • Text & Tippen: Cornelia Wagner
  • Korrektur, Intervention & Ergänzungen: Kerstin Kallmann

Quiz-Auflösungen: Mexico: Jive, Piano-Man: Wiener Walzer, Skyfall: Langsamer Walzer & Tango, Go Down Moses: langsamer Slowfox, We Will Rock You: Samba

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Erstes gleichgeschlechtliches Paar beim Wiener Opernball

Zum ersten Mal wird beim Wiener Opernball ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar „debütieren“: Die Schulfreundinnen Iris Klopfer und Sophie Grau aus Schwaben. Wenn nichts dazwischenkommt, ziehen sie am 20. Februar als erstes gleichgeschlechtliches Tanzpaar in der Geschichte des konservativen Balls mit den Jungdamen- und Jungherrenkomitees in den Ballsaal ein. Die beiden Freundinnen möchten mit ihrer Teilnahme für eine Chancengleichheit von lesbischen und schwulen Paaren bei konservativen Veranstaltungen werben.  

Der Spiegel berichtet:

Opernball-Urgestein Richard „Mörtel“ Lugner polterte, Tanzpaare sollten aus Mann und Frau bestehen. Die Tradition der Veranstaltung würde sonst zerstört, so der Bauunternehmer. Staatsoperndirektor Dominique Meyer dagegen rechtfertigte die Zulassung: „Wir befinden uns nicht mehr im 19. Jahrhundert.“ Die Entscheidung sei auch ein Zeichen gegen Homophobie.

Queer.de berichtet:

Heteronormatives Outfit bleibt Pflicht
Neben dem Beherrschen des Walzers muss das Paar ebenso wie alle anderen rund 150 Debütantenpaare noch zahlreiche weitere Voraussetzungen erfüllen: So muss eine der beiden einen Frack und schwarze Lackschuhe, ihre Partnerin ein weißes Abendkleid sowie eine fest vorgeschriebene Tiara im Haar tragen. Tattoos dürfen nicht sichtbar sein.

 Und hier findet Ihr ein Interview von Alexander Preker (Spiegel).

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Petra & Caroline tanzen im Musikvideo “Put It All On Me” von Ed Sheeran

aus dem Musikvideo „Ed Sheeran – Put It All On Me“

Das offizielle Musikvideo “Ed Sheeran – Put It All On Me (feat. Ella Mai)“ stellt unterschiedliche Liebespaare aus aller Welt vor, die miteinander tanzen. Darunter sind Paare aus Armenien, Sansibar, Dallas, Guatemala, Köln, Miami, New York, Tansania sowie in London (dort Ed Sheeran selber). In dem Video werden nicht nur unterschiedlichste Tanzstile gezeigt, wie Rock’n Roll, Ballett, Modern, und Quickstep, das Video zeigt auch sehr diverse Paare: alt & jung, gemischt- & gleichgeschlechtlich, vereinte & durch Migrationsgesetze getrennte Paare….. Da passt es schon sehr, dass ein Equality-Tanzpaar in dem Video vorkommt – für uns eigentlich selbstverständlich😉 Und welches Paar wäre besser dazu geeignet, stellvertretend für unseren Tanzsport zu stehen und gleichzeitig für ein homosexuelles Liebespaar? Genau! Das hat der Jason Koenig (Regisser des Videos) gut gemacht!

aus dem Musikvideo „Ed Sheeran – Put It All On Me“

Wir freuen uns, dass ihr langjähriges Tanzen auf höchsten Niveau, ihr Einsatz für den Equality-Tanzsport auf zahllosen kleinsten Turnieren, offiziellen Meisterschaften und auch auf gemischtgeschlechtlichen Wettkämpfen noch durch diese etwas andere „Anerkennung“ gewürdigt wird.

Ihr Mitwirken im offiziellen Musikvideo war im Laufe des letzten Jahres eines ihrer am besten gehüteten Geheimnisse. Zwangsläufig musste das so sein, denn von Juni bis zum 22. Dezember 2019, dem Datum der Veröffentlichung des Videos, durften die beiden kein Wörtchen darüber verliefen. Erst am Ende des QueerDanceCamps (am 22.12.) sagten sie noch beiläufig, wir sollten mal nach Ed Sheeran googeln. Und dann ging das Video viral – und wie! Seit der Veröffentlichung auf YouTube bis Anfang Februar 2020 haben weit über 17 Millionen Menschen das Video angeklickt.

Das könnt Ihr auch machen  https://youtu.be/ryJgDL9jzKk und findet Caroline & Petra ab ca. 1:35 Min. Aber: Guckt Euch lieber das ganze Video an. Es lohnt sich!!!!!

 WARNER MUSIC über das Musikvideo zu „Put It All On Me“: www.warnermusic.de/news/2019-12-22/ed-sheeran-seine-cherry-und-ein-verliebter-kuechentanz-im-musikvideo-zu-put-it-all

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TiB-Tanz-Spezial mit Corentin Normand

Am Sonntag, den 22.03.2020 11:00 – 14:30 findet der Workshop zum „Einsatz der Körperzentren im Standardtanzen für Richtung und Shape“ statt. Hinweis: der Workshop wird in Englischer Sprache gehalten. Auf Wunsch wird in deutsch übersetzt. Der Workshop richtet sich an Turnierpaare aller Klassen sowie an ambitionierte Breitensportler_innen.

Die Pinkies kennen Corentin von den GayGames in Paris. Weitere Infos zu Corentin:

Corentins Erfahrungen als Tänzer: Den Gesellschaftstanz entdeckte er im Alter von 11 Jahren und betrat 1994 erstmals die Wettkampftanzfläche. Er lernte bei französischen Trainer*innen (Jean Sebastien Godet, Frantz Ducroix und Diana Ribas) sowie bei Trainer*innen außerhalb Frankreichs (z.B.: Emanuel Valeri, Domenico Soale, Anastasia Titkova). Seit dem Jahr 2006 hat er sich zunächst auf Standard spezialisiert, ist aber 2019 wieder in die Wettkämpfe Latein eingestiegen. In der Hauptgruppe tanzte er mehrfach in den Finals der Französischen Meisterschaften. In der Seniorenklasse I (seit 2017) war er dreimaliger französischer Meister im Standard und einmal französischer Meister in 10 Tänze. Auf WDSF-Turnieren tanzt er mit seiner Partnerin Laura Lozingue regelmäßig im Finale und eigentlich immer auf einen Treppchenplatz, wobei die beiden sich mit Fabian Wendt & Anne Steinmann regelmäßig spannende „Kämpfe“ um die besseren Wertungen liefern. Aktuell befinden sich die beiden auf Platz 3 der WDSF-Weltrangliste.

Corentin & Laura

Corentin startete ebenso auf den Gay Games 2018 in Paris zusammen mit Julien Poli und gewann mit fast allen Einser-Wertungen den Weltmeister-Titel im Equality-Tanzsport.

Corentin & Julien

Seine Erfahrungen als Trainer: Bereits mit 21 Jahren gab er seinen ersten Kurs. Seitdem arbeitet er regelmäßig als Trainer und gibt Privatstunden für Turniertänzer*innen. Corentin über sein Training: „Für mich sind nicht die Wettkampfergebnisse das Wichtigste, was ich vermitteln will, sondern ein gutes Partnering im Tanzpaar sowie die Liebe und Leidenschaft für das Tanzen – und nicht zuletzt den Respekt vor den konkurrierenden Paaren“.

Mehr Informationen findet Ihr auf http://www.tib1848ev.de/sportarten/tanzsport/   unter „Termine“.

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Was für ein gelungener Jahresabschluss bei Pinkballroom !

Was für ein gelungener Jahresabschluss bei Pinkballroom ! Das Queer Dance Camp war mit ca. 40 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland und Europa wieder ein großer Erfolg! Der Pink-X-mas-Ball war ein festlicher Spaß!

Das QueerDanceCamp-Abschlussfoto

Danke dass Ihr alle da wart!

Wir wünschen allen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2020 und wir freuen uns, euch bald auf und neben dem Parkett wieder zu sehen! Spätestens bei den Berlin Open am 20.06.2020.

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Jacky Logan wurde mit der Medaille des Ordens des Britischen Empire für Verdienste um den gleichgeschlechtlichen Gesellschaftstanz ausgezeichnet.

Marianka Swain berichtet am 06.01.2020, dass die Ehrenliste zum Neujahr 2020 einen für die Equality-Tanzsport-Community bedeutenden Eintrag enthält: Jacky Logan erhält die erste Ehrung für Verdienste um gleichgeschlechtlichen Gesellschaftstanz. Die Pionierin, Tänzerin, DJ, Organisatorin und Kämpferin Jacky Logan erhält eine Medaille des Ordens des Britischen Empires – die sie mal ganz schnell der „ganzen Gemeinde“ widmet. Herzlichen Glückwunsch!!!!

Photo: Magnus Andersson

Die British Empire Medal (BEM) wird als Anerkennung für herausragende Leistungen im kommunalen Bereich vergeben. Sie kommt in ihrer Bedeutung an die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes heran und wird im Jahr an etwa 300 Personen aus UK sowie dem Commonwealth vergeben.

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Pinkies erfolgreich beim Xmas Turnier in Frankfurt am Main

Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal im Rahmen des traditionellen Frankfurter Multisport Events ein Equality Turnier statt. Der Frankfurter TSC Tanz usw. gemeinsam mit dem FVV Frankfurt stellten für den 07.12.2019 ein tolles Event auf die Beine, welches sowohl bei Teilnehmer*innen als auch bei Zuschauer*innen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.

Auch pinkballroom Paare hatten die Reise nach Frankfurt angetreten. Nachdem Nora und Simone im Standard leider krankheitsbedingt absagen mussten (wie viele andere Paare auch), waren für die Pinkies drei Paare am Start – diese aber überaus erfolgreich. Insbesondere wegen der wenigen Meldungen bei den Männern tanzten Männer- und Frauenpaare gemeinsam (Männer wo seid ihr?).

Vormittags in Latein wurden die insgesamt 12 Paare in vier Klassen gesichtet. Die A-Klasse bestand aus zwei Männerpaaren (die Deutschen Meister sowie unsere Pinkies Leonhard Stefan & Rico Dietzsch). Die B-Klasse war komplett mit 3 Frauenpaaren besetzt, darunter Anika Lautenschläger & Ulrike Gutewort sowie Melanie Braune & Marta Prots von pinkballroom. Letztere setzten sich gegen ihre Freundinnen und Trainingskolleginnen durch. Gold für Mel & Marta, Silber für Anika & Rike.

Sieger*innen-Ehrung B-Klasse Latein

Somit durften Mel & Marta das A-Klasse Turnier mit den beiden Männerpaaren bestreiten, wo es klar der 3. Platz wurde. Leo & Rico holten in ihrem ersten Equality Turnier überhaupt Silber in der A-Klasse, hinter den amtierenden Deutschen Meistern Damian Spyrka & Marc Hartung-Knöfler. Glückwünsch an alle! Es sei noch zu erwähnen, dass unsere Pinkies demnach in diesem Turnier klassenübergreifend die drei besten Plätze hinter den Deutschen Meistern Marc & Damian belegten.

Sieger*innen-Ehrung A-Klasse Latein

Nach einer sehr kurzen Pause und schnellem Klamottenwechsel ging es für Mel & Marta mit Standard weiter. Die Sichtung (18 Paare) wurde für sie zur Eintanzrunde und sie kamen mit 10 anderen Paaren in die C-Klasse. Also hieß es, die einzige echte Vorrunde des Tages zu tanzen. Sie steigerten sich eindeutig im Laufe des Turniers und gewannen diese Klasse. Wieder Gold!

Sieger*innen-Ehrung C-Klasse Standard

Insofern hieß es dann Turnier Nummer vier für die beiden Pinkies: Das erste mal ein A-Klasse Standard Turnier (da keine B-Klasse gesichtet wurde). Hier wurde es dann der 5. Platz (die 6., Michael & Matthias aus Frankfurt, mussten bei ihrem Heimturnier verletzungsbedingt nach einer tollen Sichtung leider abbrechen).

Sieger*innen-Ehrung A-Klasse Standard

Wir gratulieren unseren 3 Pinkie-Paaren zu insgesamt 5 Medaillen!

Nicht nur für pinkballroom war es ein rundum gelungenes Turnier sondern auch generell. Sehr liebevoll und stimmungsvoll wurde das „xmas“ in Xmas-Turnier umgesetzt – mit fotografierenden, gratulierenden und Medaillen verteilenden Rentieren, Nikoläusen und Männern in Weihnachtsanzügen… und immer wieder Weihnachtsmusik zwischen den Runden und Turnieren. Auf dass es weitere Xmas Turniere geben wird!

Alle Ergebnisse sowie Fotos sind wie immer auf der DVET-Seite zu finden.

Bericht: Mel Braune

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Pink-X-mas-Ball am 21.12.2019 – Der queere Ballevent des Jahres 2019

Inzwischen zum 4. mal laden pinkballroom & Andrea Schlinkert QueerDance am letzten Samstag vor Weihnachten zum Pink-X-mas-Ball. Es wird festlich, es wird weihnachtlich, was fürs Auge und wir werden tanzentanzentanzen! Bei der wunderbaren Musik von Andrea Schlinkert wird niemand auf den Stühlen sitzen bleiben können. Lady Olivia geleitet uns zusammen mit Andrea durch den Abend und den Gruppentanz. Die Showgruppe revue en rose von Gabriella A. Davis zeigt uns ihre Show „Holy Diversity“, mit der sie bei den EuroGames in Rom den Titel gewannen.

Wann:

  • 20:30 Einlass
  • 21:00 Begrüßung
  • 01:00 Ende des Balls

Preise:

  • Karte Abendkasse 17 EUR
  • Karte VVK 15 EUR (inkl. Tischreservierung)

Vorverkaufsliste: mail@andrea-schlinkert.de

Essen & Trinken: Getränke können gekauft werden. Es gibt ein Buffet für den kleinen Hunger. Pinkies werden gebeten, zum Buffet beizutragen.

Ort: Turngemeinde in Berlin 1848 e.V., Columbiadamm 111, 10965 Berlin, Sportzentrum TiB, 1. OG

Hinweis: An dem letzten Wochenende findet vor und nach dem Ball zum 6. mal das Queer Dance Camp statt. Intensives Training, viel Spaß, neue Erkenntnisse und danach müde Knochen, die sich auf Weihnachten freuen, erwarten Euch. Das Trainingscamp richtet sich an Equality-Tanzpaare aus Berlin, Deutschland sowie international, egal, ob Ihr Turnierpaare (alle Klassen) oder Breitensportler_innen seid. Mehr Informationen dazu hier.

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